Kultur

Nachruf Musiker Dr. John mit 68 Jahren gestorben

Star aus New Orleans

Nach Jazz-Legende Louis Armstrong und Rock-’n’-Roll-Star Fats Domino war Dr. John wohl der größte Musiker aus New Orleans. Die Rock-Ikone erlag am Donnerstag einem Herzinfarkt, wie seine Familie mitteilt. In seiner Musik vereinte der 1951 als Malcolm John Rebennack geborene Songschreiber und Sänger nicht nur die typischen Stile der Stadt: von Blues und Jazz über Boogie-Woogie und Pop bis hin zu psychedelischem Südstaatenrock. Sie verkörperte auch ihren Lebensstil inklusive Mardi Gras, Voodoo-Rhythmen und einer Prise Gefahr.

Finger bei Schießerei verloren

1960 endete seine Karriere als Gitarrenvirtuose, nachdem er bei einer Schießerei seinen linken Ringfinger verloren hatte. Er konzentrierte sich danach auf Tasteninstrumente und Gesang, blieb aber einer der gefragtesten Sessionmusiker der USA und gewann für seine eigene Arbeit sechs Grammys. Bereits mit 13 Jahren begann seine wechselvolle, teilweise von massiven Drogenproblemen überschattete Karriere als Profimusiker an der Seite des Blues-Pianisten Professor Longhair. In den 1960ern und -70ern war er Teil der Trecking Crew, einer legendären Gruppe von Studiomusikern, die in Los Angeles für Stars wie Sonny & Cher, Canned Heat oder Frank Zappa spielten. Seit seinem Solodebütalbum „Gris-Gris“ (1968) zählt er zu den großen Favoriten von Musikerkollegen, Kritikern und Rock-Fans, obwohl er nie den ganz großen Erfolg hatte.

Sein letztes Konzert nach 55 Jahren auf der Bühne spielte Dr. John am 10. Mai in Orlando, Florida. jpk