Kultur

48. Kreuzgangserenade „Band „Point of View“„ spielte an fünf Stationen und sorgte für beste Unterhaltung des Publikums

„Star Wars“-Thema lud zum Wandeln ein

Archivartikel

Viel Bewährtes, aber auch einige Neuerungen erwarteten die Gäste der 48. Kreuzgangserenade in Kloster Bronnbach. Bewährt hat sich beim Wandelkonzert die Formation „Point of View“. Sie schafft es in jedem Jahr, den Spagat zwischen klassischer Musik und Variationen des Jazz hinzubekommen. Die Musiker um Klarinettist Matthias Ernst, Gitarrist Bernhard von der Goltz, Wolfgang Kriener am Kontrabass, Hubert Winter und seinem Saxofon, Richard Roblee an der Posaune und Martin Herrmann am Schlagzeug verstehen es unwiderstehlich, die verschiedenen Musikstile zu kombinieren und an jeder Station des Konzertes mit neuen Eindrücken zu verzaubern.

Abteigarten einbezogen

An fünf Stationen spielten sie ihre Musik, eine mehr als in den vergangenen Jahren. Erstmals dabei war der Abteigarten. Diese Station musste im letzten Jahr wegen schlechten Wetters ausfallen. In diesem Jahr war alles perfekt. Ein laue Sommernacht lud geradezu zum Flanieren in der weitläufigen Klosteranlage ein. Eigenbetriebsleiter Matthias Wagner diente dabei als „Fremdenführer“, geleitete er die vielen Besucher doch sicher von Station zu Station.

Der Beginn war klassisch im Innenhof des Kreuzgangs. Wo am Abend zuvor noch Ulrich Tukur und die Rhythmus Boys begeistert hatten (wir berichteten), traten nun „Point of View“ auf.

Die Bandmitglieder hinterließen einen ähnlich guten Eindruck wie die Musiker am Abend davor, obwohl ihr Stil ein ganz anderer war. Viele Besucher hatten übrigens beide Veranstaltungen gebucht und hatten somit einen direkten Vergleich.

Jedes Jahr gibt es eine „Wandelmelodie“,also ein kurzes Stück, das andeutet, nun wird es Zeit, den Spielort zu wechseln. In diesem Jahr hatte Bernhard von der Goltz sich das Thema der Filmmusik aus „Star Wars“ vorgenommen und so umgeschrieben, dass die Musiker mit ihren Instrumenten sie voll und möglichst originalgetreu spielen konnten.

Im Innenhof trugen sie das Stück komplett vor, bei den weiteren Stationen nur einzelne Fragmente. Danach zog die „Karawane“ in den Abteigarten, wo man im bestuhlten hinteren Bereich der Musik folgen konnte, die die Musiker unter den Sandsteinfiguren zum Besten gaben. Da hatte man schon das erste kühle Getränk zu sich genommen und fühlte sich wie ein Adliger im Barock.

Weiter ging es zum Saalgarten, der mit seinem herrlichen Blick auf Gartenanlage und Saalbau immer für Überraschungen gut ist. Da passten sich die Musiker an und überraschten mit Klassikern des Jazz und des Swings, wie der Moonlight-Serenade von Glenn Miller.

Eigenkompositionen

Hinter den Wirtschaftsgebäuden im Grünen gab es eine Eigenkombination von Matthias Ernst zu hören, die von südamerikanischen Rhythmen bis hin zum Jazz alles beinhaltete. Er war skeptisch, ob seine Musik ankommt, aber der langanhaltende Beifall überzeugte ihn schnell, dass er den richtigen Ton getroffen hatte.

Die letzte Station mit Musik gab es im Weinberg. Hier glänzten die Musiker nochmals mit ihren Stücken und verzauberten den Abend unter dem Sternenhimmel. Die hatten sich mittlerweile eingefunden und leuchteten über Kloster Bronnbach.

Passend dazu gab es das Stück „Starlight“, und dann zogen die Besucher weiter in den Graten der Orangerie. Hier hatte Familie Gravius und Muckenhuber, die Pächter der Gastronomie und der Übernachtungsmöglichkeiten, ein Barbecue im Freien aufgebaut, das ein perfekter Abschluss des Abends wurde.

Bei Kerzenschein spielten „Point of View“ Dinermusik in der ihnen eigenen Art und ließen den Abend so musikalisch ausklingen. Die letzten Gäste verließen den Platz an der Orangerie weit nach Mitternacht. Sie werden noch lange an diesen unvergleichlichen Abend denken und hoffen, dass es im nächsten Jahr eine Fortsetzung geben wird.

Doch scheint dies noch nicht gesichert, da der Kreis als Inhaber der gesamten Klosteranlage einige Änderungen plant. Ob die wirklich positiv für die Entwicklung des Kloster Bronnbach sind, wird die Zukunft zeigen, wie einige Beobachter meinten.

Das bisherige Konzept hat sich jedenfalls ein treues Publikum erarbeitet, und Matthias Wagner und sein Team werden auch weiter versuchen, hochwertige Veranstaltungen nach Bronnbach zu holen.