Kultur

Literaturnobelpreis Gremium plant, handlungsfähig zu werden

Statuten neu interpretiert

Die Schwedische Akademie in Stockholm, die jedes Jahr den Literaturnobelpreis vergibt, hat ihre Statuten ergänzt. Anders Olsson, der Ständige Sekretär, teilte gestern mit, man habe über den Sommer mit Hilfe von Juristen versucht, die Statuten von 1786 zeitgemäßer zu interpretieren. „Entscheidend waren dabei die Klärung der Loyalitätsverpflichtungen ihrer Mitglieder gegenüber der Schwedischen Akademie und klare Anweisungen, wie Fragen des Ausschlusses von Mitgliedern behandelt werden können.“ Darüber hinaus habe die Akademie Richtlinien im Fall eines Interessenskonfliktes beschlossen. „Alle Angelegenheiten der Akademie können einer unparteiischen und objektiven Untersuchung unterzogen werden.“

Skandal ging voraus

Die Schwedische Akademie war nach einem Korruptions- und Belästigungsskandal im Frühjahr in eine schwere Krise geraten, die dazu führte, dass die Vergabe des Literaturnobelpreises für dieses Jahr abgesagt werden musste. Erschwerend für den Konflikt war das Statut, wonach die auf Lebenszeit gewählten Mitglieder nicht zurücktreten konnten. Wie die neue Interpretation genau aussieht, wurde zunächst nicht mitgeteilt. dpa