Kultur

Pop Grammy-Gewinner spendet Erlöse an Feeding America

Stevie Wonder kehrt mit politischen Songs zurück

Musikalisch war es recht ruhig geworden um Stevie Wonder – sein bisher letztes Studioalbum „A Time To Love“ erschien 2005. Kurz vor der US-Präsidentschaftswahl meldet sich der 70-Jährige nun aber mit zwei neuen Liedern zurück – und mit einer klaren politischen Botschaft. Eine Rückkehr zu seinen Wurzeln, war er doch in den frühen 1970ern mit Hits wie „Living For The City“, „You Haven’t Done Nothin’“ und „Happy Birthday“ ein Pionier politischer Soul-Musik.

Das neue Hip-Hop/Soul-Stück „Can’t Put It In The Hands Of Fate“ spiegelt den Protest gegen die sozialen Ungerechtigkeiten in den USA, wie der Menschenrechtsaktivist in einer Internet-Pressekonferenz erklärte. Auch die Ballade „Where Is Our Love Song“ drehe sich um gesellschaftliche Herausforderungen, den Wunsch nach Frieden und Einigkeit. Die Plattencover-Gestaltung verweist auf die aktuelle Bewegung Black Lives Matter. „In diesen Zeiten erleben wir die dringlichsten Weckrufe und Tränen um diese Nation und die Welt“, so Wonder, der sich bereits seit den 70er Jahren unter anderem für Bürgerrechte und soziale Belange von Afroamerikanern einsetzt. Die Erlöse von „Where Is Our Love Song“ wolle er an die Organisation Feeding America spenden. Der 25-fache Grammy-Gewinner und Songautor bahnbrechender 1970er-Alben („Innervisions“, „Songs In The Key Of Life“) wird auf den beiden Stücken von jüngeren Künstlern wie Blues-Gitarrist Gary Clark Jr., Rapsody, Codea, Chika und Busta Rhymes begleitet.

Weg von Motown nach 60 Jahren

Daneben kündigte der als Stevland Hardaway Judkins Morris im US-Bundesstaat Michigan geborene, kurz nach der Geburt erblindete Sänger an, dass er das berühmte Soul-Label Motown Records nach fast 60-jähriger Partnerschaft verlassen und seine eigene Plattenfirma So What The Fuss Records gegründet habe. Deren erste Veröffentlichung werde „ein bald anstehendes neues Projekt von Stevie Wonder“ sein – konkreter (also ob ein neues Album herauskommt) wurden die Beteiligten noch nicht. 

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