Kultur

„Stolz auf das Erreichte“

Archivartikel

„Hector-Bau“ wird der Neubau der Kunsthalle künftig heißen – als Dank an den Stifter Hans-Werner Hector mit seiner Frau Josephine. Er ist oft auf Reisen, beantwortete daher unsere Fragen von unterwegs.

Herr Hector, Stolz über das Erreichte, Freude über die Fertigstellung oder Erleichterung, dass der Kostenrahmen eingehalten ist – was überwiegt, wenn Sie heute vor dem Bau stehen?

Hans-Werner Hector: Wenn ich heute vor der Kunsthalle stehe, bin ich stolz darauf, dass es in hervorragender Weise gelungen ist, im Zeitrahmen – beinahe – und im Kostenrahmen ein so interessantes, ins Auge fallendes und lichtdurchflutetes Gebäude zu errichten.

Wie stark haben Sie denn das Baugeschehen begleitet? Eher wohlwollend aus der Distanz – oder aktiv?

Hector: Als Mitglied des Stiftungsrates der Stiftung Kunsthalle war ich immer über den aktuellen Baufortschritt informiert und konnte dort auch alle Höhen und Tiefen, die ein so großes Projekt einfach mit sich bringt, zeitnah miterleben.

Sind Sie mit dem Ergebnis, mit dem Neubau jetzt zufrieden?

Hector: Ich bin mit dem Neubau sehr zufrieden. Allerdings wird man, wie bei allen Neubauten, hin und wieder kleine Baumängel beseitigen müssen.

Auch speziell mit der Fassade? Viele Mannheimer finden sie ja zu dunkel, vermissen Glanz …

Hector: Ich weiß natürlich, dass die Fassade nicht bei allen Mannheimern gut angekommen ist. Mir gefällt sie, und man darf gespannt darauf sein, ob und wie sie sich im „Wetter“ eventuell noch verändert..

Sie sind eigentlich Mathematiker – woher kommt Ihre große Liebe zur Kunst?

Hector: Wie ich schon früher sagte: Manchmal kommen ja Kunst und Mathematik zusammen.

Was war denn der Grund, dass Sie 2011 Ihre große Spende zugesagt und damit die Initialzündung für den Neubau gegeben haben?

Hector: Ich kam durch Zufall in eine ernsthafte Diskussion über erhebliche Mängel im alten Gebäude (Sicherheit, Klimatisierung, Tragfähigkeit der Böden, Raumangebot – um nur einige zu nennen), die einen künstlerischen Austausch mit großen Museen der Welt unmöglich machten. Das musste geändert werden.

Und das, obwohl damit ja etwas, was auch mit einer Spende von Ihnen gebaut wurde, nämlich der alte Bunker als Depot und Ausstellungsraum, verschwinden sollte?

Hector: Der alte Bunker wurde leider nie mängelfrei – also besser komplett ersetzen.

2011 haben Sie bescheiden die Frage abgewehrt, ob der Neubau dann nach Ihnen benannt werden soll. Was war der Grund, der Bitte der Stadt doch zuzustimmen, dass er jetzt „Hector-Bau“ heißt?

Hector: Der Gesamtkomplex ist nach wie vor die „Kunsthalle Mannheim“. Intern wollte man die beiden Gebäudeteile aber bezeichnen können. Deshalb habe ich zugestimmt, neben dem „Billing-Bau“ den vorderen Teil „Hector-Bau“ zu benennen.

Inwieweit darf die Kunsthalle weiter auf Sie zählen?

Hector: Für die nächsten zehn Jahre hat die Hector Stiftung zur Unterstützung von Ausstellungen Mittel zugesagt.

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