Kultur

Auszeichnung Der Mannheimer Konrad-Duden-Preis geht an die Sprachwissenschaftlerin Christa Dürscheid aus Zürich

Studien über SMS und WhatsApp

Archivartikel

Der Konrad-Duden-Preis der Stadt Mannheim geht in die Schweiz. Wie die Stadt am Dienstag mitteilte, wird die renommierte Auszeichnung an die in Zürich lehrende und forschende Sprachwissenschaftlerin Christa Dürscheid verliehen. Die alle drei Jahre vergebene Auszeichnung ist mit 12 500 Euro dotiert. Sie soll im kommenden Jahr am 10. März überreicht werden, wie gewohnt im Rahmen der Jahrestagung des Mannheimer Instituts für Deutsche Sprache, an deren Kongresse die Germanistin Dürscheid regelmäßig teilnimmt.

Der Gemeinderat habe in dieser Woche dem Vorschlag der Preisjury einstimmig entsprochen, hieß es weiter. Die Auszeichnung gilt als eine der angesehensten für germanistische Sprachwissenschaft und zeichnet Menschen mit besonderen Verdiensten um die Erforschung der deutschen Sprache aus. Sie wird gemeinsam mit dem Bibliografischen Institut verliehen, zu dem auch der Duden-Verlag gehört, der wie das übergeordnete Verlagshaus früher in Mannheim beheimatet war und mittlerweile in Berlin ansässig ist.

Zur Begründung der Vergabe hieß es: „Mit Frau Dürscheid ehren wir eine herausragende Germanistin mit einem breiten Forschungsfeld“, man freue sich, dass die Liste der Preisträger um eine Sprachwissenschaftlerin erweitert werden könne. Oberbürgermeister Peter Kurz wird mit den Worten zitiert, der Preis unterstreiche die Bedeutung, die der Sprachwissenschaft und -erforschung in der „Hauptstadt der Deutschen Sprache“ zugemessen werde.

Die Sprachwissenschaftlerin Christa Dürscheid wurde 1959 in Kehl geboren, studierte in Köln und lehrte an verschiedenen Universitäten im In- und Ausland, ehe sie 2002 an die Universität Zürich berufen wurde. Sie bekleidet dort die Professur für deutsche Sprache, insbesondere Gegenwartssprache. Mit Kollegen aus Deutschland und Österreich leitet sie das Projekt „Variantengrammatik des Standarddeutschen“. In ihrer Arbeit widmet sie sich nicht zuletzt auch dem Einfluss neuer Medien auf die Sprache und der Kommunikation in diesen.

Studien über SMS und WhatsApp

Sie hat Studien über SMS, das soziale Netzwerk WhatsApp oder auch zur Geschichte des Hashtags publiziert. Im Zentrum des Interesses liegt dabei der jeweilige (schriftliche) Sprachgebrauch. Viele ihrer Forschungsprojekte, das erwähnt noch die Mitteilung der Stadt, seien vom Schweizerischen Nationalfonds (SNF) gefördert und machten damit die jeweiligen Themen für eine breite Öffentlichkeit zugänglich. Zu den früheren Preisträgern zählen etwa Harald Weinrich, Peter Eisenberg oder Damaris Nübling. Zuletzt ging die Auszeichnung an Christian Fandrych aus Leipzig.

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