Kultur

Pop Zeltinger feiern Jubiläum im Weinheimer Café Central

Stürmisch und rabiat

Der Rock’n’Roll knallharter Machart ist nicht totzukriegen, und eine seiner Bastionen ist das Café Central in Weinheim. Vor dem roten Vorhang in dem 300-Personen-Saal drehen Live-Bands regelmäßig die Verstärker auf. Diesmal ist die Zeltinger Band aus Köln angereist, um ihr 40-jähriges Bandjubiläum zu feiern. Laut und rabiat, versteht sich.

Schon eine Stunde vor Konzertbeginn füllt sich der Weinheimer Club, eine Truppe aus Sinsheim rückt mit selbstbedruckten T-Shirts ein, um den Geburtstag eines Cliquen-Mitglieds zu feiern. Sie tragen den Schriftzug „40 Jahre Charakter Geschmack Zeltinger Band“ auf der Brust und trinken mit Frontmann Jürgen Zeltinger, der unauffällig an einem Tisch sitzt und seine DVDs anbietet, schon mal einen Schnaps.

Mit „Mallorca, Sommer, Sonne, Herzinfarkt“ wird dann ab 21.15 Uhr losgerockt, und gleich von Anfang an grölen die Weinheimer begeistert mit. Die Songs tragen Titel wie „Leck mich“ oder „Entzug“ und funktionieren nach dem Motto „Hart, aber herzlich“. Mit einem knackigen „Alles klar? Bitte! Danke.“ begrüßt Kölschrock-Veteran Jürgen Zeltinger die Fans und witzelt, dass er hier wohl „Hochdeutsch quatschen“ muss.

Echter Haudrauf-Rock

Von Herzen kommt offenbar sein Eingeständnis, dass er „unendlich froh“ ist, hier aufzutreten, wenn auch im Sitzen. Denn 2019 sei für den übergewichtigen Sänger bisher „der Horror“ gewesen, mit Krankenhaus und Problemen in den Beinen. Wehleidigkeit lässt der 70-Jährige mit dem Spitznamen „De Plaat“ jedoch keine Minute lang aufkommen. Im Gegenteil: Die Band, mit Dennis Kleimann und Wolfgang Günnewig an den Gitarren, T.S. Crusoe am Bass und Robbie Vondenhoff am Schlagzeug, feuert ihren Haudrauf-Rock mit Vollkaracho aus den Verstärkern – teils so laut, dass einige Fans das Gesicht verziehen. Beim größten Hit, „Asi mit Niwoh“ gehen die Smartphones hoch und Mitgrölen ist angesagt: „Ich bin ein Asi mit Niwoh, lese Lyrik aufm Klo…“

Kurze Momente zum Luftholen gibt es bei Dalidas Ballade „Er war gerade 18 Jahr“ und dem Stones-Titel „Waiting for a friend“, mit Zeltinger im Duo mit Dennis Kleimann. Dann geht wieder die Post ab – mit einer deutschen Version von „Wild Thing“ als Finale des offiziellen Teils und der Hymne „Müngersdorfer Stadion“, ein Tribut an die Ramones, im Zugabenteil.

Zum Thema