Kultur

Literatur Anthologie über das Heidelberger Schloss

Symbol von Endlichkeit

Archivartikel

Das Heidelberger Schloss gehört zu den berühmtesten Ruinen überhaupt. Besucher aus aller Welt strömen in die Stadt am Neckar, um die ehrwürdigen Mauern zu besichtigen. Viele Jahrhunderte lang, war das Schloss als Herrschaftssitz der Wittelsbacher ein Zentrum der kurpfälzischen Politik. Auch auf Dichter übt die steinerne Ruine seit jeher eine besondere Anziehung aus.

Der Heidelberger Autor Michael Buselmeier hat in der Anthologie „Alles will für dich erglühen“ rund 70 Texte (darunter Gedichte, Passagen, Tagebucheinträge) von Dichtern, Herrschern und Politikern über das Schloss, das „als Symbol der Vergänglichkeit der Jugend wie als Inbild der Erniedrigung, aber auch der nationalen Erneuerung Deutschlands“ galt, zusammengetragen. Dazwischen finden sich Fotografien, Zeichnungen und Gemälde des Baus aus verschiedenen Epochen, unter anderem der Romantik und dem Nationalsozialismus.

Erhabenes Gemäuer

Das älteste Werk der Sammlung sind Verse des Minnesängers Oswald von Wolkenstein aus dem Jahr 1427. Das Lyrische Ich reitet darin „gen heidelwerg“ (also: nach Heidelberg), um für Herzog Ludwig zu singen. Immer wieder preisen die Texte die Erhabenheit des Schlosses, das Heidelberg laut Friedrich Hebbel weniger entbehren könne als einen Berg. Es wird jedoch nicht nur dessen Schönheit gerühmt. Charles Bukowski etwa schildert in „Die Ochsentour“ eine Besichtigung des großen Fasses und schließt darin mit den Worten: „Nur eins stimmte mit dem Faß nicht: das Ding war leer.“

Es finden sich außerdem Texte zeitgenössischer Schriftsteller wie etwa ein Gedicht Uwe Kolbes, das von einer historischen Stadtführung durch Heidelberg unter Leitung Buselmeiers berichtet: „vieles, wo heute Asphalt und Garagen, baute Michaels Wort leicht wieder auf“. Wie der Herausgeber im Nachwort schildert, ahnte er schon als Volksschüler „etwas von der Schönheit der einzelnen Bauten“ und prägte sich die Sagen und Geschichten um die Schlossruine ein. Auch später beschäftigte er sich immer wieder mit seiner Heimatstadt sowie deren Geschichte und stellte schließlich diese Anthologie zusammen.