Kultur

Klassik Der neue Verein Kammermusik stellt sein 19. Konzertjahr vor– unter anderem mit einem Bariton von Weltrang

Trekel auf „Winterreise“ in Mannheim

Archivartikel

Es war, als sich die Gesellschaft für Neue Musik zum 1. Januar des Jahres in zwei Vereine dividierte, klar, dass der neu gegründete Verein Kammermusik seinen Weg finden würde – schon allein deshalb, weil der unermüdliche Claus Meissner (83) der einzigen Kammermusikreihe von diesem Niveau weit und breit vorsitzt. Nun, mit dem neuen Programm für die Saison 19/20, stellt der Verein dies unter Beweis.

Als größter Coup der Saison kann sicherlich gelten, dass der exzellente Bariton Roman Trekel am 3. November Franz Schuberts Meisterwerk „Die Winterreise“ nach Mannheim in den Florian-Waldeck-Saal bringt – begleitet von einer Mannheimerin am Klavier: Barbara Baun, die sich als Liedbegleiterin genauso einen Namen gemacht hat wie als Pädagogin an der Musikhochschule.

Eröffnet wird die Saison indes mit Haydn, Hindemith und Smetana, dessen Streichquartett Nr. 1 („Aus meinem Leben“) das tschechische Bennewitz Quartett am 25. September in den Mittelpunkt rückt. Auch alte Bekannte sind wieder eingeladen. Am 23. Oktober reist das Grau-Schumacher-Piano-Duo an, und da sie ein zentrales Werk des 20. Jahrhunderts im Gepäck haben werden, werden sie zwei Schlagzeuger mitbringen: Simon Bernstein und Peter Knollmann. Natürlich geht es hierbei um Béla Bartóks Sonate für zwei Klaviere und Schlagzeug, die das Duo einem großen romantischen Abenteuer entgegensetzt: der f-Moll-Sonate von Johannes Brahms. Es ist das einzige der sieben geplanten Konzerte, das im Anna-Reiß-Saal stattfinden wird. Alle anderen sind im Zeughaus (Waldeck-Saal).

Auch der Nachwuchs bekommt seine Chance: Am 27. November spielt das Trio Souvenir anlässlich ihres 200. Geburtstages 2019 eine Hommage an Clara Schumann. Nach dem Dover Quartett (15. Januar 2020) und dem Quatuor Danel mit Pianist Oliver Triendl (19. Februar) folgt mit einem monothematischen Beitrag und jeweils einem Werk aus seinen drei Perioden zum Beethovenjahr das Minetti Quartett am 25. März. Den Abschluss des Zyklus’ bestreitet das Armida Quartett am 22. April – unter anderem mit dem selten zu hörenden Streichquartett von Verdi und der „Glosse“ von Luciano Berio. Zu erwarten ist hier nicht weniger als Kammermusik auf hohem Niveau.