Kultur

Knauf-Museum Iphofen Neue Sonerausstellung „Troja“ mit wertvollen antiken Exponaten

Trojanisches Pferd grüßt schon vom Marktplatz

Archivartikel

Im Iphöfer Knauf-Museum geht es jetzt in die Antike: „Troja, “ die zweite große Sonderausstellung des Jahres entführt bis 4. November in eine Welt, wie man sie aus den Sagen des griechischen Schriftstellers Homer kennt.

Den Mythos der von den Griechen belagerten Stadt Troja, die mithilfe einer List eingenommen wurde, kennen auch heute noch viele – nicht erst seit Wolfgang Petersens gleichnamigem Hollywood-Film mit Brad Pitt in der Hauptrolle, sondern bereits aus der Schule. Die Griechen bauten ein riesiges, hölzernes Pferd, das sie den Trojanern vor die uneinnehmbaren Mauern stellten und das diese als göttliche Gabe erachteten und durch das Stadttor schoben. Im Bauch des Pferdes aber: bewaffnete griechische Soldaten, die nachts ausstiegen und so die Stadt Troja erobern konnten.

Bis heute ist umstritten, ob Heinrich Schliemann, Schatzgräber und Pionier archäologischer Forschung, Mitte des 19. Jahrhunderts tatsächlich das homerische Troja ausgegraben hat. Das Berliner Museum für Vor- und Frühgeschichte besitzt weltweit die größte Sammlung von archäologischen Funden aus Schliemanns Grabungen in der sagenhaften Stadt – und das Iphöfer Knauf-Museum stellt einige der Exponate in den kommenden Monaten vor.

Wochenlang wurden die Exponate eingeräumt und aufgestellt. Franziska Thieme und Philipp Schmidt-Reimann vom Museum für Vor- und Frühgeschichte aus Berlin waren mit dabei. Die Restaurateure sind die Fachleute, die das richtige Händchen für die wertvollen, antiken Stücke haben.

Schliemann vermachte seine Ausgrabungsfunde testamentarisch seinem Herkunftsland „zu ewigem Besitz und ungetrennter Aufbewahrung in der Reichshauptstadt“. Obwohl als Folge des Zweiten Weltkriegs von der Sowjetarmee Bestände der Troja-Sammlung, darunter die meisten Kostbarkeiten aus dem berühmten „Schatz des Priamos“, in Berlin requiriert und bis heute nur zum Teil restituiert worden sind, lassen sich Schliemanns Grabungsergebnisse nur anhand der Berliner Kollektion, zusammen mit hervorragenden Repliken des Priamosschatzes umfassend, darstellen.

Heinrich Schliemann im Blick

Die Ausstellung im Knauf-Museum Iphofen thematisiert ebenfalls die Person Heinrich Schliemanns, seine Grabungsmethoden und wissenschaftlichen Erkenntnisse sowie das Schicksal der Berliner Troja-Sammlung.

Große Ereignisse werfen bekanntlich ihre Schatten voraus. Und groß ist auch der Schatten des rund sechs Meter hohen Trojanischen Pferdes, das seit dem 1. Juni auf dem Marktplatz in Iphofen steht und als Vorankündiger der Ausstellung auf das Knauf Museum blickt. Entstanden ist es in mühevoller Kleinarbeit in der Werkshallen der Firma Böhm Bau GmbH aus Markt Einersheim. Ausgehend von einem Miniatur-Modell, entwickelten die Profis Großartiges. Bei der gestalterischen Umsetzung hat auch wieder der Würzburger Künstler Wladimir Petrichev mit geholfen, der schon der am 27. Mai zu Ende gegangene Sonderausstellung „Highlights aus dem Schwarzenberger Archiv“ eine künstlerische Note verpasst hatte.

Seitdem ist das Trojanische Pferd auf dem Iphöfer Marktplatz nicht nur ein Hingucker, sondern auch ein beliebtes Fotomotiv. Auf der Selfie-Plattform nehmen jetzt schon viele Menschen Platz, um sich mit dem hölzernen Riesen fotografieren zu lassen. Wer noch einmal nacherleben will, wie der Aufbau vonstatten ging, kann sich in der Mediathek des Bayerischen Rundfunks (www.br.de/nachrichten/unterfranken/inhalt/trojanisches-pferd-steht-mitten-in-iphofen-100.html) den entsprechenden Beitrag anschauen. Wer die einzelnen Schritte vom Entwurf bis zum fertigen Pferd nachvollziehen möchte, wirft am besten einen Blick auf die Facebook-Seite (www.facebook.com/knaufmuseum), wo die Geschehnisse rund ums Museum dokumentiert werden. ele