Kultur

Weltkulturerbe Montanregion Erzgebirge ebenfalls geehrt

Unesco zeichnet Augsburg aus

Mit dem historischen Wassermanagement-System in Augsburg (Bayern) und der Bergbauregion Erzgebirge (Sachsen) hat Deutschland zwei neue Welterbestätten. Die Zahl des besonders schützenswerten deutschen Kultur- und Naturerbes stieg damit auf 46. Die Deutsche Unesco-Kommission sprach bei der diesjährigen Sitzung des Welterbekomitees in der Ex-Sowjetrepublik Aserbaidschan am Kaspischen Meer von einem großen Erfolg für Bayern und Sachsen gemeinsam mit Tschechien. Dagegen scheiterte der ursprünglich aussichtsreiche Antrag, den Donaulimes – eine ehemalige Militärgrenze – in Deutschland, Österreich, der Slowakei und Ungarn zum Weltkulturerbe zu erklären. Es wäre noch ein zweiter Erfolg für Bayern gewesen.

Mit dem Welterbetitel wurde Augsburg, die Stadt zwischen den Flüssen Lech und Wertach, als Zentrum des Wasserbaus und der Wasserkraft gewürdigt, das sich über acht Jahrhunderte beispielhaft entwickelt habe. Dort spiegelten sich Erfindergeist und Technikgeschichte, sagte die Präsidentin der Deutschen Unesco-Kommission, Maria Böhmer. „Noch lange bevor die Medizin belegen konnte, wie wichtig Hygiene für unsere Gesundheit ist, gab es in Augsburg seit 1545 eine strikte Trennung von Brauch- und Trinkwasser“, sagte sie.

20 Jahre andauernde Bemühungen

Für die Montanregion Erzgebirge/Krunohorí war die Verleihung des UN-Gütesiegels ein lang ersehnter Traum. Seit mehr als 20 Jahren gab es die Bemühungen. Delegierte sprachen in der aserbaidschanischen Hauptstadt Baku von einem „Meisterwerk menschlicher Kreativität“ und einer Anlage von universellem Wert. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) lobte das Projekt in Baku als Beispiel für internationale Zusammenarbeit. „Glück auf!“, rief er auf Deutsch in seiner Dankesrede. Es ist die erste gemeinsame Welterbestätte von Deutschland und Tschechien.