Kultur

Schauspiel Wissenschaftler aus dem In- und Ausland kommen

Uni Mannheim eröffnet Konferenz zu Schlingensief

Mannheim.Sein zentrales ästhetisches Prinzip sah der Skandalregisseur Christoph Schlingensief (1960-2010) in der „Arbeit am Bild“. Lange war man sich nicht sicher, ob man das Werk des Film- und Theaterregisseurs, Aktionskünstlers und Autors als Blödsinn oder Kunst ansehen sollte. Nach seinem Tod im Jahr 2010 wurde Schlingensief jedoch posthum eine größere Wertschätzung zuteil.

An der Mannheimer Universität findet nun seit gestern die dreitägige Konferenz „Arbeit am Bild: Schlingensief und die Tradition“ statt, die von Peter Scheinpflug (Uni Köln) und Thomas Wortmann (Uni Mannheim) organisiert und von der Fritz-Thyssen-Stiftung gefördert wird. Ziel ist es, das Werk des Regisseurs fächerübergreifend auf seine medien-, kultur- und genrehistorischen Bezüge zu untersuchen und gleichzeitig nach dessen Aktualität für die Gegenwart zu fragen.

Im Zentrum steht dabei vor allem Schlingensiefs Verhältnis zur Tradition, sein Rückgriff auf Hoch- und Popkultur, und die Vermischung von Kunst mit Politik, Wirtschaft und Religion. Für diesen Austausch sind Teilnehmer aus ganz Deutschland, aber auch aus Kanada, den USA und Großbritannien angereist.

Internationales Forschungsnetz

„Wir hoffen, dass über die Tagung das internationale Netz der Schlingensief-Forschung enger werden wird“, so Thomas Wortmann, Juniorprofessor für Neuere deutsche Literaturwissenschaft, zur Konferenzeröffnung.

Die Konferenz ist öffentlich, der Eintritt ist frei. Gegenstand der Vorträge sind unter anderem Schlingensiefs Selbstinszenierung und seine politischen Aktionen, sein Operndorf in Afrika und seine letzten Projekte, in denen er sich mit Krankheit und Sterben auseinandersetzt.