Kultur

Klassik Café Concert feiert Jubiläum in Mannheim

Unterhaltung auf hohem Niveau

Archivartikel

Das hätten sich die Gründerväter Frank Ringleb, Wolfram Koloseus, Michael Steinmann und Sorin Strimbeanu im Oktober 1995 nicht träumen lassen, dass ihr Ensemble Salonissimo so lange Bestand hat. Am Ostersamstag lud das um die Geigerin Isabelle Herhammer und den Klarinettisten Martin Jakobs erweiterte Ensemble die vielen Freunde der Salonmusik tatsächlich zum 300. Café Concert ein.

Im dicht besetzten Oberen Foyer des Nationaltheaters begrüßte Opernintendant Albrecht Puhlmann sehr herzlich die treuen Stammgäste und das jubilierende Ensemble, die sich im Winterhalbjahr alle 14 Tage zu Kaffee und Kuchen und gehobener Unterhaltungsmusik auf hohem Niveau hier einfinden.

Gäste gratulieren musikalisch

Zur Feier des Tages hatten sich vier Überraschungsgäste des Opernensembles eingefunden. Der Tenor Joshua Whitener erfreute mit „Ach so fromm“ aus „Martha“ (Friedrich von Flotow) und „Maria“ aus Leonard Bernsteins „Westside Story“. Estelle Kruger brillierte mit dem Csárdás aus der „Fledermaus“ von Johann Strauß und „Meine Lippen, die küssen so heiß“ aus Franz Lehárs „Giuditta“. Publikumsliebling Joachim Goltz überreichte und sang „Dunkelrote Rosen“ (aus „Gasparone“ von Carl Millöcker) und – als Ausblick auf seinen Auftritt bei den Heidelberger Schlossfestspielen – „Wenn ich einmal reich wär“ aus „Anatevka“ von Jerry Bock. Strahlenden Koloraturenglanz verbreitete Amelia Scicolone mit „Mein Herr Marquis“ („Fledermaus“) und als Carl Zellers Christel von der Post („Der Vogelhändler“).

Dazwischen immer wieder die beliebten Operetten- und Filmmelodien, Walzer und Polkas, bestens einstudiert, schwungvoll serviert und von Frank Ringleb sparsam und informativ moderiert. Das beifallsfreudige Publikum wollte am Ende die Künstler gar nicht vom Podium lassen. Erst als die Sängerschar, mit Sektgläsern bewaffnet, das Trinklied aus der „Fledermaus“ („Im Feuerstrom der Reben“) anstimmte, gaben sich die begeisterten Zuhörer zufrieden.