Kultur

Konzert Wallis Bird gastierte im Mozartsaal der Alten Oper in Frankfurt / Starke Verbundenheit zu Deutschland

Unwiderstehliche und ungewöhnliche Popmelodien

Dass die meisten ihrer Konzerte mittlerweile ausverkauft sind, wundert nach einem Abend mit Wallis Bird niemanden mehr.

Wallis Bird trat unter dem Titel „Bird in a beautiful room“ im Rahmen des W- Festivals (vormals Women of the World Festival) im Mozartsaal der Alten Oper Frankfurt auf und begeisterte das Publikum.

Die 1982 in Irland geborene Künstlerin, die mittlerweile in Berlin lebt und arbeitet, entwickelte in den letzten Jahren einen außergewöhnlichen Gitarrenstil. Nachdem sie im Alter von einem Jahr, bei einem Unfall mit einem Rasenmäher, den kleinen Finger ihrer linken Hand verlor, spielt die Linkshänderin eine Rechtshändergitarre, ohne die Saiten umzuspannen. Dem Umstand, dass sie nie Gitarrenunterricht erhielt, ist es wohl zu verdanken, dass sich ihr kreatives Potenzial derart eigenwillig und individuell ausbilden kann.

Während ihres Musikstudiums kam Wallis Bird im Zuge eines Austausches nach Deutschland, wo sie einen Teil ihrer späteren Band, sowie ihren Produzenten kennelnernte. Hier produzierte sie auch ihre Debüt-EP „Branches Untangle“. Die daraus ausgekoppelte Single „Blossoms in the Street“ hielt sich zwanzig Wochen in den deutschen Top 100 Radio AP-Charts.

Es besteht also durchaus eine tiefere Verbundenheit mit Deutschland und den deutschen Fans, die sich auch in Frankfurt bemerkbar machte. Mit viel Witz und Humor auf Englisch, aber auch auf gutem Deutsch, bereitete Wallis Bird ihrem Publikum einen äußerst unterhaltsamen Abend. Leise, nachdenkliche Töne wechselten sich ab mit Momenten, in denen sich Wallis Bird beinahe heiser schrie und ihrer Gitarre alles abverlangte.

Gut 90 Minuten begeisterte Wallis Bird mit ihren unwiderstehlichen Pop- und Rockmelodien ihre Fans, die selbst noch nach dem endgültigen Ende des Konzertes vergeblich nach Zugaben verlangten.

Es war ein wirklich tolles Konzert einer ganz besonderen Künstlerin. Sicher wäre aber ein Saal ohne Bestuhlung der Atmosphäre des Konzertes etwas zuträglicher gewesen. Viele der Fans rutschten, mitgerissen von der Energie der Künstlerin, auf ihren Stühlen herum, ein paar wenige stellten sich an den Rand, um die Musik zu feiern. Denn es ist nicht leicht bei Wallis Bird die Füße still zu halten, garantieren ihre Konzerte doch immer „a splendid time for all!“ Anke Vogel