Kultur

Kunst Sommerausstellung der Freien Kunstakademie

Vielfalt und Lebendigkeit gezeigt

Konstantin Weber fotografiert. Oder ist es vielleicht doch Malerei? Er studiert erst im dritten Semester an der Freien Kunstakademie Mannheim (FKAM), aber seine fotografischen Bilder fallen sofort ins Auge: Sehr dunkel, sehr eigentümlich, sehr rätselhaft ist seine Verbindung eigentlich disparater Bildgegenstände wie gefaltete Hände, Rollos im Dunklen und der Ausschnitt eines weißen Fahrzeugs.

Kunst wirkt wie Körperinnenraum

Wie jedes Jahr im Sommer stellen alle Semester der Freien Kunstakademie Mannheim gemeinsam im Herschelbad in U 3 in ihren Unterrichtsräumen aus. Die Absolventen, die dieses Jahr fertig werden, erhalten eigene Räume oder mehr Platz zur Präsentation ihrer Abschlussarbeiten. Gleich die erste Abschlussarbeit verblüfft den Betrachter, hat die junge Künstlerin Kamila Zebrowska doch einen ganzen Raum mit dunklen Folien, diffusem Licht und verschiedenen Kunstwerken in einen Körperinnenraum verwandelt, so will es scheinen. Sehr ungewöhnlich und fast erschreckend. Fritzi Haußmann aus dem dritten Semester verblüfft mit sehr guten Fotografien der Hochbrücke in Ludwigshafen, im Treppenhaus reihen sich dann dicht an dicht ausnehmend gute Eitemperaarbeiten aus dem ersten Semester in Petersburger Hängung.

Zuckerbäckerin am Werk

Die nächste Absolventin, Sarah Schmidt, war vor dem Studium Konditorin, verfolgte deshalb während ihres Studiums immer wieder das Thema Zucker in reizenden, gemalten Törtchen. Aber jetzt für ihre Abschlussarbeit hat sie einen neuen Weg eingeschlagen, der sehr vielversprechend scheint: Sie malt mit Öl auf Pergamentpapier, was natürlich schwierig und heikel ist, weil das Papier sich unter der Farbe biegt. Aber das Ergebnis lässt sich wahrhaftig sehen, sehr raffiniert und speziell sehen ihre kleinen Landschaften aus, kaum erkenntlich und sehr ästhetisch in ihrer jeweils anderen Farbigkeit.

Auch die Absolventin Christel Knappe findet malerische Worte zum Thema Kindheit, wie Zuhal Eskiocak sehr interessante und sehenswerte Werke aus dickem Garn auf runde Rahmen bindet, die wiederum mit ganz starren Metallschienen korrespondieren. Eine sehr originelle Spielart des Comics hat Caroline Britt für ihre dreidimensionale Abschlussarbeit gefunden, die eigentümliche Geschichten mit Flamingo und Maiskolben erzählt, sehr witzig und ungewöhnlich!