Kultur

Jazz Hot 8 Brass Band in Mannheims Alter Feuerwache

Volle Ladung New Orleans

Archivartikel

Gut zehn Meter lang ist die Schlange vor der Feuerwache kurz vor Beginn. Langsam rücken die Leute vor, aber es kommen immer neue hinzu. Dabei haben die meisten eine Eintrittskarte in der Tasche. Ursache der Verzögerung ist die Abgabe der Mäntel an der Garderobe. So voll gehängt sieht man sie selten. Obwohl die Besucherzahl sich in Grenzen hält. Nur zur Hälfte füllt sich die Halle.

Doch hier wird keinem Jazzauftritt im Sitzen gelauscht, hier wird eine Party gefeiert, da braucht es leichte Bekleidung. Und so bewegt sich vor der Bühne dicht gedrängt eine wogende Masse im Rhythmus. Manche benötigen mehr Platz, sie tanzen im Durchgang links davon, allein oder mit Partner. Auf der Bühne stehen Musiker, die solchen Bewegungsdrang von der ersten Minute an herausfordern. Acht Afroamerikaner aus New Orleans sind es, im typischen Marching-Band-Format mit fünf Bläsern vorne, dahinter einem Mann an der großen, einem an der kleinen Trommel sowie Bandchef Bennie Pete, der wohlig brummende Basstöne ins Sousafon bläst.

Zum Mitsingen aufgefordert

In so einer Besetzung lässt sich im Umherziehen Musik machen. Das macht die Hot 8 Brass Band zuhause in New Orleans, wo das seit mehr als 100 Jahren Tradition ist. Wobei heute nicht swingende Marschrhythmen, sondern Funk-Muster den Takt vorgeben. Erhalten hat sich eine wuselige Ausgelassenheit, die jeder der Acht, auch im Stand wie jetzt, an den Tag legt. Und das Publikum wird zielstrebig einbezogen: Vom beleibten Vorsänger der Band zum Mitsingen aufgefordert, bleibt kaum eine Kehle ungerührt. swm