Kultur

Film „Unterwerfung“ im Ersten dreht sich um Islamisierung

Vom Theater ins Fernsehen

Archivartikel

Die ARD zeigt am Mittwoch einen Film über Michel Houllebecqs Skanadalroman „Unterwerfung“. Der Roman entwirft am Beispiel Frankreichs ein düsteres Bild eines westeuropäischen Landes, das sich zunehmender Islamisierung unterwirft: Zuerst tauchen immer mehr Frauen mit Kopftuch auf, ein Muslim wird zum Staatspräsidenten gewählt und wünscht sich weniger Wissenschaft und mehr Religion im Schulunterricht. Der französische Autor beschreibt in seinem Roman den schleichenden Wandel einer Gesellschaft, die sich Schritt für Schritt dem Koran verschreibt und dann ihre Freiheit aufgibt.Der Bestseller, entstanden vor den islamistischen Terroranschlägen auf die Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“ in Paris, wurde seinerzeit als hellsichtige Zeitdiagnose gepriesen.

Als Theaterstück feierte „Unterwerfung“ am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg im Einmann-Stück mit Edgar Selge Riesenerfolge.

Die Neuproduktion im Auftrag des Rundfunks Berlin-Brandenburg (RBB) verbindet Szenen aus der Hamburger Inszenierung von Regisseurin Karin Beier mit neuen Filmsequenzen. Mal spielt Selge seinen Monolog auf der nur mit einem hohlen Kreuz ausgestatteten Bühne, mal spaziert er als Beobachter durch Paris oder verkriecht sich zur Meditation in ein Kloster in die Provinz.

Gedreht hat Regisseur und Drehbuchautor Titus Selge unter anderem in Hamburg, Paris und Berlin. Sein Onkel Edgar wandelt dabei durch Zeiten und Orte.