Kultur

Nachruf Kammersänger Lauhöfer 90-jährig gestorben

Von Berlin an den Neckar

Archivartikel

Nach seiner musikalischen Karriere in der Musikstadt Mannheim hatte der Kammersänger hier auch seinen Lebensabend verbracht. Nun ist der ehemalige Heldenbariton Robert Lauhöfer, dem vor zehn Monaten aus Anlass seines 90. Geburtstags von dieser Redaktion noch bescheinigt werden konnte, „erstaunlich fit an Leib und Seele“ zu sein, gestorben. Das teilte das Nationaltheater am Freitag unter Berufung auf die Familie des Sängers mit.

Lauhöfer war einer der wenigen, die das Nationaltheater nicht als Sprungbrett zu größeren Häusern nutzten. Er war zuvor an der Berliner Staatsoper Unter den Linden engagiert, war mit 29 Jahren schon Kammersänger und hatte sich in Mannheim als Stargast in einem „Festlichen Opernabend“ vorgestellt. Der damalige Generalmusikdirektor Horst Stein muss ihm 1967 ein Angebot gemacht haben, das er nicht ablehnen konnte. Jedenfalls wechselte Lauhöfer von einem relativ geruhsamen Millionenstadtjob mit internationalen Gastiermöglichkeiten in einen Knochenjob mit allerdings traumhaften Rollenangeboten.

Später an Schule tätig

Es waren die Jahre der legendären „Stein“-Zeit, die „goldenen“ des hiesigen Musiktheaters. Auf dem Spielplan standen fast 60 Opern. Es wurde täglich gespielt; sonntags gab es oft eine zusätzliche Nachmittagsvorstellung, und das bei kleineren Ensembles. In der ersten Spielzeit sang Robert Lauhöfer Alfio (in „Cavalleria rusticana“), Sachs („Meistersinger“), Figaro, Telramund („Lohengrin“) und Renato („Maskenball“). In der Folgezeit kamen wichtige Verdi- und Wagnerpartien, aber auch interessante Rollen aus den Nischen des Repertoires hinzu. Als die Qualität der stark beanspruchten Stimme nachließ, nahm der Familienvater Robert Lauhöfer das Angebot der Stadt an, bis zu seiner Pensionsgrenze die Verwaltung der Herzogenried-Gesamtschule zu leiten. 

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