Kultur

Literatur regional Neues Heft der Kulturzeitschrift „Chaussee“

Von Bildern und Texten

Die Zeitschrift „Chaussee“ trägt ihren Untertitel „Zeitschrift für Literatur und Kultur der Pfalz“ noch immer mit Recht. Dennoch widmet sich das aktuelle Heft (43/2019) dem Wechselspiel von Texten und Bildern. Und zwei Herren, die anlässlich ihres 80. Geburtstags im Heft ausführlich gewürdigt werden, verbindet man eher mit Heidelberg als der Pfalz: Politgrafiker Klaus Staeck und Schriftsteller Michael Buselmeier, der freilich eine enge Beziehung zum Künstlerhaus Edenkoben unterhält und im Roman „Schoppe“ seine Titelfigur auf Wanderschaft durch die Pfalz schickte.

Die Aktualität von Staecks Schaffen belegt schon das Titelbild: In Abwandlung der bekannten Abbildung des Schauspielers Hans Albers als Baron Münchhausen, der auf einer Kanonenkugel sitzt, sieht man hier den US-Präsidenten Donald Trump, Untertitel: „Wieder im Programm: Der Lügenbaron“. Der Mannheimer Literatur- und Medienwissenschaftler Jochen Hörisch würdigt den satirischen Plakatkünstler Staeck, der unter anderem in seinem Werk darlege, „warum es das eigentlich Selbstverständliche so schwer habe“ und „in steter Frische um die Maxime einer gerechten sozialen und politischen Ordnung“ kreise.

Zum Aufwachen gedacht

Von Buselmeier ist im Heft auch ein neues Gedicht („Achtzig verweht“) sowie eine Reflexion über die Ideale der 68er-Generation abgedruckt – neben einer Laudatio von Hans Christoph Buch auf den Jubilar. Etwa 40 Autorinnen und Autoren sind im Heft versammelt. Dazu zählt auch Schriftstellerin Emmy Hennings, die Gefährtin des aus Pirmasens stammenden Dada-Mitbegründers Hugo Ball, mit einem bislang unveröffentlichten Brief.

Ins Herz des Leitthemas zielt das Projekt „PingPong“, eine Gemeinschaftsunternehmung der Autorengruppe und der Künstlerwerkgemeinschaft Kaiserslautern. Das Heft dokumentiert das Projekt, wie es sich gehört: in Text und Bild. Für beide übrigens trifft zu, was der Publizist Michael Braun im Heft einmal auf Gedichte gemünzt formuliert: Sie sind „nicht zum Träumen da, sondern zum Aufwachen.“

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