Kultur

Schauspiel Manuel Mosers runde Welt im Jungen NTM

Von der Entdeckung der Ballone

Mannheim.Die Welt ist voller runder Dinge. Ob es nun Kugeln, Scheiben, Ringe, Bälle, Knöpfe oder gar Lichtkegel oder dunkle Löcher sind, überall begegnen wir diesen geometrischen Formen und Körpern. Der in Bitburg geborene und vielfach nominierte Regisseur Manuel Moser hat ein Theaterstück konzipiert, in dem er die allerkleinsten Zuschauer (ab zwei Jahren) in ein Universum der runden Dinge führt. Auf der Bühne des Jungen Nationaltheaters feierte es nun eine gelungene Premiere.

„Die Welt ist rund“, so der Titel des Stückes, macht auf verblüffend einfache und spielerische Weise deutlich, was runde Dinge bewirken: Sie sehen vielfach nicht nur harmonisch aus und verleiten zum Anfassen oder zum Spielen, sie sind auch unberechenbar, haben ihre eigenen Regeln, rollen davon, entgleiten dem Menschen und bringen ihn in Schwierigkeiten.

Ritt auf dem Hopsball

Die beiden Darsteller Hanna Valentina Röhrich und Uwe Topmann machten diese zwei Seiten allein mimisch und mit viel Schalk deutlich: Schreiten zwei Personen in entgegengesetzter Richtung auf einem schmalen Kreisrand, müssen sie sich unweigerlich begegnen. Wie kommen sie aneinander vorbei?

Fliegen Ping Pong Bälle in einen Raum, wo werden sie hinrollen und wer sammelt sie wieder auf? Fragen dieser Art stellten sich eher die Erwachsenen, ihre Kinder hatten vielmehr Spaß am offensichtlichen Geschehen: Hanna Valentina ritt unbeschwert fröhlich auf dem Hopsball und sammelte alles ein, während Uwe Topmann neue Bälle in allen Farben und Größen herbeischaffte.

Der Ball ist das universellste Spielzeug, das in keinem Kinderzimmer fehlen darf, denn es schult die motorischen Fähigkeiten und das soziale Miteinander. Hier demonstrierten die beiden Darsteller, wie schwer es ist, runde Dinge festzuhalten, zu stapeln, zu bändigen. Und dass unsere Erde, die am Ende ebenso wie die hängenden Ballone im Licht erstrahlten, von der Willkür und dem Verantwortungsbewusstsein ihrer Bewohner abhängig ist. Doch das waren bestimmt nicht die Gedanken der Kinder, die im Anschluss so ausgelassen mit den Bällen auf der runden Bühnenfläche spielten und nebenbei vermittelt bekamen: Die Welt ist rund.