Kultur

Lesen.Hören Dietmar Dath und Brigitta Assheuer in Mannheim

Von der Raumfahrt inspiriert

Archivartikel

Allmählich erlischt das Licht unter der Kuppel, das Publikum lehnt sich bequem zurück in den schwingenden Sesseln und richtet den Blick zum schwarzblauen Zenit. Und während sich die Augen noch an das Dunkel gewöhnen, leuchtet zu Sphärenmusik der Sternenhimmel auf, klar und wolkenlos wie in einer perfekten Sommernacht. Das ist jedoch nur Täuschung.

Denn es ist kein echter Sternenhimmel da oben und auch nicht Sommer, sondern ein Abend im Mannheimer Planetarium, wo das Literaturfestival Lesen.Hören der Mondlandung eine Lesung widmete. Was vor fünfzig Jahren, als Neil Armstrong seinen Fuß auf den Mond setzte, geschehen ist, haben viele Schriftsteller schon Jahre davor erträumt: Illusion ist Realität geworden. Grund genug, auch aus aktuellem Anlass – eine chinesische Sonde landete zum ersten Mal auf der Rückseite des Mondes –, daran zu erinnern.

Programmleiterin Insa Wilke macht ihren Zuhörern Lust auf Literatur. „Schon immer gab es Menschen, die das Unvorstellbare auch in der Literatur denken konnten“, sagte sie. „Dies aufzuzeigen, darum ging es uns, aber auch, sich zu vergegenwärtigen, welch großartige Science-Fiction-Literatur das visionäre Denken hervorgebracht hat.“ Eine Koryphäe auf dem Gebiet ist Dietmar Dath, „deshalb waren wir sehr glücklich, dass er zugesagt hat, diesen Abend zu gestalten“.

Mit der Magie der Stimme

Geboren 1970 in Rheinfelden, hat Dath Romane, Essays, Sachbücher und Theaterstücke geschrieben. Das Motto seines letzten Romans „Der Schnitt durch die Sonne“ lautet: „Ich gucke nie in die Sterne, weil so vieles hier unten auf der Erde zu sehen ist.“ Das war auch der Subtext, der sich durch die gesamte Veranstaltung zog. Wie aus dem Off erklangen Daths triftige Formulierungen zu Autoren, die sich lange vor der Mondlandung den Erdtrabanten vorstellten oder die Landung mit Staunen verfolgten und zugleich Reflexionen über die Literatur gaben.

Mit der Magie ihrer Stimme weckte Sprecherin Birgitta Assheuer Daniel Defoe, Jules Vernes, Thea von Harbour, Robert Heinlein, Arno Schmidt oder Peter Crohn zum Leben, ein ebenso spannendes wie anspruchsvolles Unterfangen. herlo