Kultur

Festival Jüdische Filmtage in Frankfurt zeigen ein breites Spektrum an Themen, kulturellen Phänomemen und Porträts berühmter Persönlichkeiten

Von Else Lasker-Schüler bis Daniel Cohn-Bendit

Archivartikel

Die am Mittwoch eröffneten Jüdischen Filmtage in Frankfurt bieten noch bis 13. September ein vielseitiges Programm mit internationalen Kino-Erfolgen, Spiel- und Dokumentarfilmen, einem Kurzfilm und einem Stummfilmklassiker. Insgesamt sind während der zwei Wochen 22 Produktionen zu sehen, wie die Jüdische Gemeinde Frankfurt am Dienstag mitteilte.

Das Motto „Im falschen Film – Anders als erwartet“ verweise einerseits auf unerwartete Geschichten und Themen, sagte der Kulturdezernent der Jüdischen Gemeinde, Marc Grünbaum. Gleichzeitig deute es „mit einem Augenzwinkern auf die aktuellen, pandemiebedingten Herausforderungen hin“.

Zur Eröffnung Filmtage am Mittwoch stand das polnische Drama „Dolce Fine Giornata“ (2019) von Jacek Borcuch auf dem Programm. Darin stellt sich eine in Italien lebende, polnische Schriftstellerin gegen vorherrschende Fremdenfeindlichkeit und Vorurteile.

In der kanadischen Tragikomödie „The Dancing Dogs of Dombrova“ (2018) von Zack Bernbaum begeben sich zwei Geschwister nach Polen auf die Suche nach den Überresten des geliebten Hundes der Großmutter. Am 3. September steht die Dokumentation über die deutsch-amerikanische Sexualtherapeutin Ruth Westheimer „Fragen Sie Dr. Ruth“ auf dem Programm, und am 6. September die Dokumentation über den Grünen-Politiker Daniel Cohn-Bendit „Wir sind alle deutsche Juden“ (2020).

Dokumentation über die Shoa

Zum 100. Geburtstag von Else Lasker-Schüler ist Amos Gitais „Berlin Jerusalem“ (1989) über die fiktive Begegnung zweier Frauen zu sehen. „Ziva Postec – The Editor behind the Film Shoah“ (2018) ist ein Porträt der Cutterin, die mit Claude Lanzmann aus 350 Stunden Filmmaterial den Film „Shoah“ geschnitten hat. Die Suche nach der eigenen Familiengeschichte dokumentieren „Winterreise“ (2019) und „Endlich Tacheles“ (2020). „Golden Voices“ (2019) blickt auf ein russisches Synchronsprecherpaar, das sich nach der Emigration ein neues Leben aufbauen will. Die Filmtage enden am 13. September mit dem Stummfilm „Der Geiger von Florenz“ von Paul Czinner (1925/26).

Aufführungsorte in diesem Jahr sind die Kinos Orfeos Erben, Mal Seh’n, Cinéma, das Kino des Deutschen Filmmuseums, das Museum Judengasse, die Bildungsstätte Anne Frank und das Ignatz-Bubis-Gemeindezentrum. 

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