Kultur

Nachruf Berliner Philharmoniker Stern gestorben

Von Karajans Weggefährte

Archivartikel

Der frühere Konzertmeister der Berliner Philharmoniker, Hellmut Stern, einer der prägenden Orchestermitglieder in der Ära von Dirigent Herbert von Karajan, ist tot. Der Violinist sei am Samstag im Alter von 91 Jahren gestorben, teilten die Philharmoniker am Montag mit. Stern gehörte dem Orchester von 1961 bis 1994 an und war in dieser Zeit auch viele Jahre Mitglied im Philharmoniker-Vorstand. Der aus einer jüdischen Familie aus Berlin stammende Musiker war nach den Novemberpogromen von 1938 mit Familie nach Harbin in China geflüchtet.

Exil in Israel und den USA

1949 konnte die Familie nach Israel ausreisen, wo Stern im Israel Philharmonic Orchestra spielte. Bei einer Europa-Tournee des Orchesters 1955 kehrte Stern zu einem kurzen Besuch nach Berlin zurück. Später zog er mit seinen Eltern in die USA, 1961 kehrte die Familie nach Berlin zurück, Stern trat in die Philharmoniker ein. Diese Rückkehr sei ein Zeichen für Aussöhnung und Vergeben gewesen, sagte Orchestervorstand Alexander Bader. Stern habe sich auch dafür eingesetzt, dass die Philharmoniker 1990 erstmals in Israel spielten, damals unter Daniel Barenboim und sei besonders für die demokratische Selbstbestimmung des Orchesters eingetreten. 

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