Kultur

Malerei Kunsthaus Viernheim zeigt Konstantin Voit

Von Sigmar Polke gelernt

Archivartikel

Im Zentrum der Ausstellung im Kunsthaus Viernheim steht eine relativ farblose Installation des „Systems“ aus Hunderten von Zeichnungen und deren Materialisierung in schlichten Gegenständen. Denn die Grundlage von Konstantin Voits künstlerischer Arbeit ist konzeptuell, sind die Ideen, die der Künstler entwickelt, seit seinem Studium an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg von 1989 bis 1996 bei Malerstar Sigmar Polke.

Aber es geht ihm auch um Malerei; Voit bezeichnet sich als leidenschaftlichen Maler, der sein Werk aus der Farbe heraus entwickelt. Zudem aber auch um Material, Systematik und seine eigene Biografie. Diese vier Begriffe bilden den Grundstock seiner Malfabrik, die er seit über 20 Jahren betreibt. Und da kommen die Kindermalschablonen ins Spiel, von denen Voit mittlerweile 10 000 besitzt.

Durch die Kombination der Formen, die Voit in den Schablonen findet, konzipiert er immer neue Variationen von Gemälden. Diese konnten ganz zu Beginn relativ klein sein, weil sie der ursprünglichen Schablonengröße entsprachen und der Künstler noch keinen Plotter nutzte (Kurvenschreiber, der maßstabgerecht Linien hochzieht und auf Plastikfolie schreibt).

Kleine Werkschau

Wie in einer kleinen Werkschau folgen die berühmten Namensbilder (eine Sonderaufgabe der Malfabrik an alle Freunde oder Geschenke für Freunde) oder die berühmten Matrixbilder, hier in einer feinen Hängung im Obergeschoss: Ausgewählte Schablonen wurden horizontal, vertikal und diagonal gespiegelt. So wird aus der einfachen realistischen Vorlage unter Verwendung von Leuchtfarbe eine psychedelische Werkserie. Oder die beiden größeren Gemälde, die wilde Tiere beim Geschlechtsakt zu zeigen scheinen, aber kombiniert mit Punkten in Rot und Blau, die wie eine Verbeugung vor dem großen Sigmar Polke wirken.

Aber dann werden sie immer größer, können Wände füllen und so etwa die erste Schablone abbilden, damals ein Fundstück, die alles zum Thema Eisenbahn enthält: Diese materialisiert sich dann hier im Kunsthaus in groß und Holz im Obergeschoss, und ist bereit zum Spielen!

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