Kultur

Hintergrund Deutscher Bühnenverein kritisiert AfD

Warnung vor Ideologie

Der Deutsche Bühnenverein warnt davor, die Programmgestaltung der Theater ideologisch zu instrumentalisieren. Seit dem Aufstieg der Rechtspartei AfD würden Kunstbetriebe zunehmend beschuldigt, politische Positionen der aktuellen Regierung zu vertreten, sagte Bühnenvereinspräsident Ulrich Khuon vor der am Freitag beginnenden Jahrestagung des Verbands in Nürnberg. „Dabei ist es doch gerade die Neue Rechte, der ein unkritisches Gesinnungstheater, ein völkisches, nationalistisches Theater als Ideal vorschwebt“, sagte Khuon.

Versuch der Einflussnahme

Neben Störaktionen sogenannter identitärer Gruppen werde versucht, über die Kürzung der Budgets Einfluss auf die Arbeit der Bühnen zu nehmen. Etwa 250 Intendanten, Kulturpolitiker und Verwaltungsdirektoren kamen am Freitag zur Jahreshauptversammlung des Deutschen Bühnenvereins im Nürnberger Staatstheater zusammen. An zwei Tagen stehen Gremiensitzungen und Fortbildungen auf dem Programm. Weitere Schwerpunkte der Tagung sind Macht- und sexueller Missbrauch an Bühnen und in Orchestern. Auch gehe es darum, mehr Führungspositionen mit Frauen zu besetzen. Der Bühnenverein setze sich für Geschlechtergerechtigkeit und die Stärkung von Frauen in Leitungspositionen ein, betonte Khuon. Zwar sei deren Anteil in den Führungsetagen der Theater und Orchester in den vergangenen 30 Jahren von einem Prozent auf etwa 22 Prozent gesteigert worden.

„Aber das ist zu langsam“, sagte der Vereinschef. „Ich befürchte, dass erst eine Quote den nötigen Druck für eine nachhaltige Veränderung erzeugt“, sagte Khuon. dpa