Kultur

Pop Im August füllt die Alte Feuerwache in Mannheim mit unter freiem Himmel spielenden Newcomer-Bands das alljährliche Sommerloch

„Was bei 35 Grad funktioniert“

Archivartikel

Die Sonne scheint, es sind Sommerferien, die Freunde sind im Urlaub, und in Mannheim ist kaum was los. Dieses Langeweile-Loch im August will die Alte Feuerwache wieder füllen – und zwar mit Musik. Ab ersten August treten auf der Sommerbühne erneut verschiedene Bands, DJs und Sänger unter freiem Himmel bei freiem Eintritt vor der Alten Feuerwache auf. Jeweils von Donnerstag bis Montag ist es ab 20 Uhr vorbei mit der Sommer-Langeweile.

Von Rock und Pop bis zu Elektro und Hip-Hop ist das Programm „bunt gemischt“, sagt Kevin Apel, der das Ganze zusammengestellt hat. „Alles, was man sich im Sommer bei 35 Grad vorstellen kann. Also nichts zu Extremes.“ Die Mannheimer Band Tascosa beispielsweise erzeugt mit Mandoline, Trompete, Bouzouki (eine spezielle Laute), Harmophon und Gitarren amerikanischen Wüstenrock mit mexikanischem Einfluss – passend zum Sommerfeeling. Alex Mayr, die beim Zeltfestival als Support von Nena auftrat, bringt selbst geschriebene deutsche Lieder mit auf die Bühne. Ebenfalls aus Mannheim: Blinker. Der 25-Jährige mit rosa-grünen Haaren hat sich entschlossen, lieber Schlagzeug und E-Gitarre zu spielen sowie Songs zu schreiben anstatt im Jurastudium Gesetze zu wälzen. Schon länger in der Region bekannt sind die Jazz Pistols – am Montag haben die Konzerte, passend zu den Sessions um 21.30 Uhr, immer einen Jazzbezug, erklärt Apel.

Auf dem Programm stehen aber auch moderner Jazz und Einflüsse aus dem Funk. Rocket Men, fünf junge Männer, machen sich mit Intergalactic Jazz, Dub und Drum’n’Bass im Lagerraum ihrer Rakete von Hamburg und Leipzig aus auf den Weg nach Mannheim. Zwar nicht mit der Rakete, aber dafür aus Brighton in England und Bergamo in Italien reist das Duo Sonars an. Frederick Paysden und Serena Oldrati bedienen gleichzeitig Sampler, Looper und singen. Heraus kommt eine Mischung aus Rock, Elektro, Psych. 2ersitz kombinieren Hip-Hop, Pop und Reggae.

Überraschungsgast zum Auftakt

Die meisten Musiker sind Newcomer, haben erst ein paar EPs, höchstens ein Album veröffentlicht oder sind in Deutschland noch nicht bekannt, beschreibt Apel. „Es ist schön, dass wir junge Bands, die wir sonst nicht hätten, präsentieren und unterstützen können.“

Einen der Höhepunkte gibt es direkt zum Auftakt am ersten August. Wer das sein wird, kann Apel aber noch nicht verraten. Vor zwei Jahren war beispielsweise die deutsche Popsängerin Mine Überraschungsgast.

Seit 2012 treten jährlich an den August-Wochenenden Newcomer-Bands im Freien auf. „Damals gab es im Sommer in Mannheim kein kulturelles Angebot. Und um diese Lücke zu füllen, haben wir die Sommerbühne ins Leben gerufen“, erklärt Apel. Dieses Jahr gibt es mehr Konzerte als sonst – einfach weil der August ein Wochenende mehr hat.

Während der Sommerbühne zieht das Café vor der Alten Feuerwache in das Innere des Gebäudes um. Auch dort wird eine Bühne aufgebaut, sodass kein Konzert bei schlechtem Wetter ins Wasser fallen muss.