Kultur

Baumarktkette Hornbach Schräge Kampagnen und Werbeslogans sind ein wichtiger Teil der Marke

Weit weg von klassischen Werbebotschaften

Für ungewöhnliche Werbung ist die pfälzische Baumarktkette Hornbach bekannt. Schräge Kampagnen und Werbeslogans wie „Schweiß fließt nur, wenn Muskeln weinen“ sind ein wichtiger Teil der Marke. Bisweilen schießen die provokanten Spots über ihr Ziel hinaus, auf ein satirisch gedachtes Video übers Gärtnern gab es 2019 heftige Proteste im Internet. Aber die Zusammenarbeit mit dem chinesischen Künstler Ai Weiwei ist auch für Hornbach „ein besonderes Projekt“, so Vorstandsmitglied Karsten Kühn. Zu den Kosten äußert er sich nicht, Hornbach sei aber „nicht die Marke“, die sich Testimonials, also Werbebotschaften von Prominenten, erkaufe.

Begleitet wird die Aktion von Werbespots und Plakaten. Das Herunterladen der Bauanleitung auf der Unternehmenswebseite ist gratis. Das Nachbau-Set mit Warnwesten und Stahlrohren oder Haken gibt es zum Materialpreis. So hat das Kunstwerk zum Nachbauen wenig mit klassischen Marketingzielen zu tun. Wie viele Abnehmer es finden könnte? „Das ist völlig offen, das können wir nicht absehen, weil es so etwas noch nie gab“, sagt Kühn. Es gehe jedoch nicht darum, wie viele Jacken und Haken verkauft werden.

„Wir sehen das als Beitrag zur Demokratisierung der Kunst“, sagt Kühn. Die einfache Version der „Safety Jackets Zipped the Other Way“ kostet Kühn zufolge 150 Euro – ein Objekt Ai Weiweis auf dem Kunstmarkt sei dagegen für die meisten Baumarktkunden unbezahlbar. Ai Weiweis Warnwesten-Kombi symbolisieren für ihn „bedingungsloses Zusammenarbeiten, um etwas zu reparieren oder Menschen zu helfen“ – diese Botschaft passe doch bestens zu Hornbach. 

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