Kultur

Kunst Viel Zuspruch für Luigi Toscano nach Bilderattacke in Wien

Weltweites Presseecho

Archivartikel

Luigi Toscanos Ausstellungsprojekt „Gegen das Vergessen“ mit Porträts von jüdischen Überlebenden des Nazi-Regimes (1933-45) hat nach mehreren Gastspielen in den USA oder der Ukraine schon seit Jahren eine internationale Dimension. Die mutmaßlich antisemitische Attacke auf die Bilder des Mannheimer Fotokünstlers in Wien löste nun ein noch größeres, weltweites Presseecho aus: Neben Zeitungen in Deutschland und Österreich berichteten zahlreiche Medien in Israel sowie unter anderem die „Washington Post“ über den Vorfall. Der Londoner „Guardian“ stellte den Angriff auf die Bilder in den Kontext von zunehmendem Rechtspopulismus und Antisemitismus in Europa.

Bilder ins Nationalmuseum

Bei aller Bestürzung über die Attacke zeigte sich Toscano auf Anfrage begeistert von der Resonanz: „Wer immer das getan hat, hat die Ausstellung eher noch aufgewertet.“ Als unmittelbare Reaktion hatte sich die Initiative „Wir passen auf!“ formiert, die sich als menschlicher Schutzwall vor Toscanos Bildern postiert – mit dem Slogan „Die Erinnerung lebt weiter“.

Der Deutsch-Italiener konnte von der „nächsten wunderbaren Aktion“ berichten: Monika Sommer, Direktorin des Nationalmuseums Haus der Geschichte Österreichs, habe beschlossen, „aufgrund der historischen Dimension der Ereignisse hier in Wien einige der beschädigten Exemplare in die Sammlung aufzunehmen und dauerhaft auszustellen“. Unterdessen teilte die Wiener Polizei auf Anfrage mit: „Das Ermittlungsverfahren des Staatsschutzes wegen des Verdachtes der schweren Sachbeschädigung läuft, es gibt derzeit keine neuen Erkenntnisse zu beauskunften.“