Kultur

Folk-Pop Celtic Woman im Mannheimer Rosengarten

Wenn weniger mehr ist

Archivartikel

Die Celtic Woman haben sich zuletzt etwas rar gemacht. Wo die Platten aus Irland sonst wie am Fließband kamen, mussten sich die Fans zuletzt ganze drei Jahre gedulden, bis sie nun mit „Ancient Land“ wieder freudig etwas in den Händen halten durften. Dass die dazugehörige Tour den entsprechenden Zuspruch finden würde, überrascht also keineswegs – auch der Mozartsaal des Mannheimer Rosengartens ist bestens gefüllt und bekommt – am großen Schlussapplaus gemessen –, was er will: gut produzierten Folk-Pop, klare Stimmen, eine gefällige Licht- und Visual-Show mit grünen Wiesen – und was man eben so gemeinhin mit Irland verbindet. Und genau da beginnt das Problem mit dem 2004 von den „Riverdance“-Produzenten entworfenen Projekt.

Klischees bedient

Vor allem im ersten Teil der Show wird immer zu dick aufgetragen, die Gesten sind zu groß, der Pathos jenseits der Grenze, die Posen der tanzenden Background-Sänger zu aufgesetzt. Wie die Dudelsack-Nummer „Amazing Grace“ wie in einem bombastischen Musical-Finale endet oder Enyas „Orinoco Flow“ zum Hüftwackler verkommt, ist maßgebend für einen Abend, der zu sehr das Klischee bedient. Weniger wäre hier mehr. Dass seit der Gründung mittlerweile schon 15 Damen durch das Projekt geschleust wurden, spricht ebenfalls Bände, was allerdings keinesfalls das Können der aktuellen Besetzung mit Mairéad Carlin, Megan Walsh, Éabha McMahon und Tara McNeill (Fiddle, Harfe) schmälern soll. th

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