Kultur

Filmfestival Jury-Präsident Iñárritu spricht in Cannes über seine Aufgabe / Offizieller Auftakt am Dienstagabend

„Wettbewerb ist wie ein Buffet“

Der Präsident der diesjährigen Jury beim Filmfestival Cannes, der mexikanische Regisseur Alejandro González Iñárritu, will die Filme des Wettbewerbs möglichst unvoreingenommen sehen. „Ich möchte versuchen, die Filme so anzuschauen, als wüsste ich nicht, wer Regie geführt hat“, sagte der vierfache Oscar-Preisträger („The Revenant“) am Dienstag vor der Eröffnung der Internationalen Filmfestspiele. Weder bekannte Regie-Namen noch das Geschlecht der Filmemacher sollten eine Rolle spielen.

Innerhalb eines Wettbewerbs gäbe es aber auch eine Wechselwirkung zwischen einzelnen Filmen. „Das ist wie ein Abendessen, wie ein Buffet, wo der Geschmack eines Essens die anderen beeinflusst“, sagte der 55-Jährige. Das Schöne am Kino sei, dass man Filme gemeinsam mit anderen Menschen erleben könne. Außerdem könnten Filme helfen, andere Kulturen zu verstehen.

Prominente erwartet

Das Festival sollte am Abend mit der Zombie-Komödie „The Dead Don’t Die“ eröffnet werden. Neben Regisseur Jim Jarmusch („Paterson“, „Night on Earth“) wurden zur Premiere auch zahlreiche Prominente aus dem Werk erwartet, darunter Adam Driver und Bill Murray. Sie spielen Polizisten eines Ortes, der von Zombies heimgesucht wird.

Im Wettbewerb des weltweit wichtigsten Filmfestivals konkurrieren insgesamt 21 Filme um Auszeichnungen wie die Goldene Palme für den besten Film. Die Preise werden am 25. Mai vergeben. Deutsche Filmemacher sind nicht vertreten. Die Österreicherin Jessica Hausner hat es mit „Little Joe“ erstmals in die Hauptkonkurrenz geschafft – und ist eine von vier Frauen im Wettbewerb. Der US-Amerikaner Terrence Malick präsentiert mit „A hidden life“ eine deutsche Koproduktion. August Diehl spielt in dem auf wahren Begebenheiten beruhenden Drama einen österreichischen Bauern, der sich weigerte, für die deutsche Wehrmacht zu kämpfen. dpa