Kultur

Kulturpolitik Umbau von Jüdischem Museum verzögert sich

Wiedereröffnung fünf Monate später

Die Eröffnung des Neubaus und der neuen Dauerausstellung des Jüdischen Museums in Frankfurt muss um knapp fünf Monate verschoben werden. Grund für die Verzögerung sei die „bauliche Hochkonjunktur“, sagte die Museumsdirektorin Mirjam Wenzel am Donnerstag. Die eigentlich am 9. November geplante Eröffnung finde nun im April 2020 statt. Außerdem wird das Bauprojekt drei Millionen teurer als geplant. Zuvor hatte die „Frankfurter Rundschau“ darüber berichtet.

Baufirmen seien derzeit sehr gefragt. „Sie lassen sich viel mehr bitten“, sagte Wenzel. Ausschreibungen hätten wiederholt werden müssen, Firmen hätten nach Auftragsvergabe versucht, nachzuverhandeln. Der Bau ziehe sich daher bis November hin. Für die Inbetriebnahme und den Aufbau der Ausstellung brauche man dann noch einige Monate.

Mit der Museumsarbeit selbst liege man im Zeitplan, betonte Wenzel. „Die Objekte sind ausgewählt, die Texte geschrieben“, sagte sie. „Ich habe das wirklich nicht zu verantworten.“

Dass das Projekt um drei Millionen Euro teurer wird als geplant, liegt laut einer Sprecherin des Frankfurter Kulturdezernats nicht an den Verzögerungen am Bau, sondern an der „konjunkturell bedingten Baupreisentwicklung“. Mit einer Kostensteigerung von weniger als sieben Prozent liege man noch unter der „magischen Grenze“ von zehn Prozent Kostenerhöhung, die bei öffentlichen Bauprojekten als im Rahmen angesehen wird.

Land unterstützt Ausstellung

Die Renovierung des Rothschild-Palais sowie der Bau eines neuen Gebäudes am Jüdischen Museum machen den größten Teil eines seit 2015 laufenden, ursprünglich 50 Millionen Euro teuren Projekts aus. Die Kosten – auch die Mehrkosten – trägt die Stadt Frankfurt. Das Land unterstützt die Dauerausstellung außerdem mit drei Millionen Euro. dpa