Kultur

Kabarett Sissi Perlinger im Mannheimer Capitol

Witze übers Älterwerden

Keine Angst vor dem Alter(n)! Es gibt schließlich einen wunderbaren Jungbrunnen – Humor. Und daraus schöpft Sissi Perlinger in ihrem Erfolgsprogramm „Ich bleib dann mal jung“. Im gut besuchten Mannheimer Capitol kreischt das Publikum vor Vergnügen, wenn die plaudernde, schauspielernde, singende, musizierende und tanzende Mittfünfzigerin Tipps zu „Entfaltungsmöglichkeiten“ gibt. Und die richten sich ans Hirn, schließlich braucht reife Haut dafür keine Nachhilfe.

Nach dem Motto „Warum kernsanieren, wenn man noch verputzen kann?“ lästert sie über Schönheitsoperationen samt „deppertem Jugendwahn“ . Sissi Perlinger rät, Gebrechen eines „antiken“ Körpers beschwingt ein Schnippchen zu schlagen: beispielsweise mit Knorpel-Knarzen und Knochen-Krachen beim Arthritis-Grooven. Warum sollten dabei Stützstrümpfe hinderlich sein?

Marathon der Verwandlungen

Ja, Sissi Perlinger scheut vor so manchen Schenkelklopfern nicht zurück – aber sie bettet diese köstlich in Szenen oder Lieder ein. Als Komik-Tausendsassa begeistert sie mit einem Verwandlungsmarathon, bei dem Kostüme, Figuren und Dialekte Wechsel-Polka tanzen. Besucher müssen nicht auf Droge sein, um das Credo ihrer (gemimten) Alt-68erin zu bejubeln: „Lieber Gras rauchen, als ins Gras beißen!“

Das Schräge gilt bei der Kabarettistin mit Faible für (textilen) Leopardenlook als Markenzeichen. Dass sie auch hochpolitisch sein kann, offenbart ein als Zugabe auf den Heimweg mitgegebener Appell, den Klimawandel ernst zu nehmen. Weil bei dieser Herausforderung Schluss mit lustig ist. 

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