Kultur

Comedy Puppenspieler Michael Hatzius überzeugt seine Gäste

Witzige Einlagen mit Echse

Archivartikel

Eigentlich ist sie so hochmütig wie hässlich und hat obendrein die Evolution zu einem DNA-Strang für Machogehabe inspiriert. Nichtsdestotrotz gilt „sie“ in Gestalt eines „er“ als Kult: jene testosteron-gesteuerte Echse, die der Puppenspieler Michael Hatzius zu Bühnen-„Echssellenz“ gebracht hat. Das neue Programm heißt zwar nicht mehr „Echstasy“ , aber gleichwohl flippt das Publikum im vollen Mannheimer Capitol vor Begeisterung aus und folgt dem Urzeit-Guru ins Reich der „Echsoterik“.

Es mutet fast wie Magie an, dass der hantierende, ja sich verrenkende, obendrein aus dem Bauch sprechende, grummelnde wie glucksende Hatzius hinter dem bauchigen Methusalem-Reptil ausgeblendet wird. Wer bislang mit Reinkarnation in einen anderen Körper nichts anzufangen wusste, bekommt eine (na ja, etwas schräge) Ahnung davon.

Publikum in Show einbezogen

Die großmäulige Echse mit Zigarre als Markenzeichen ist und bleibt der Star – auch wenn sie saugute Konkurrenz bekommen hat: beispielsweise die Sensilbelchen-Schweinedame Steffi und den Mini-Wildschweineber Torsten, der sich ob der zwei Hauer im Maul mit der Aussprache verbeißt. Und die köstlich berlinernde Zecke, die andere Stechtiere fürchtet, weil sie kein Insektenspray verträgt, hat inzwischen genauso die Herzen der Echsen-Fans erobert wie das sich nach spiritueller Erfahrung sehnende Huhn. Und damit das Publikum den meisterlichen Puppenspieler in (Körper-) Gänze bewundern kann, tritt der 37-Jährige auch als Clown auf. Überhaupt aktiviert Hatzius seine vielfältigen Talente – auch das der Improvisationskunst, wenn er mittels „Findungsschwein“ Zuschauer auf die Bühne holt und diese köstlich, aber ohne vorzuführen, ins Programm einbezieht.

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