Kultur

Klassik Höfer und Szathmáry beim Richard-Wagner-Verband

Wortreich musikalisch

Eine neue Farbe bei den traditionellen Kammerkonzerten des hiesigen Richard-Wagner-Verbands im Stamitzsaal des Mannheimer Rosengartens. Inmitten zweier Beethoven-Sonaten referierte Alexander Wischniewski, als NTM-Kassenleiter genauso wohlbekannt wie als kenntnisreiches und eloquentes RWV-Vorstandsmitglied, über Beethoven. Dabei plauderte er vor der Pause über die sorgsam aufgespürten Berührungspunkte zwischen Beethoven und Mannheim, nach der Pause über die zwischen Beethoven und Richard Wagner.

Ecksätze mit Problemen

Keine Frage, dass trotz der beifällig aufgenommenen Hintergrundinformationen die Musik des Meisters im Vordergrund stand. Die Pianistin Ulrike Höfer, den Mannheimer Wagnerianern wohlvertraut, und die Geigerin Anikó Szathmáry, Mitglied der Deutschen Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz und des Bayreuther Festspielorchesters, spielten zum Auftakt die Sonate Nr. 1 D-Dur opus 12/1 und zum Ausklang die Sonate Nr. 9 A-Dur opus 47 ("Kreutzer-Sonate") von Ludwig van Beethoven.

Am meisten überzeugten dabei die schönen Legatobögen der differenziert gestalteten Variationensätze, die jeweils das Zentrum der Sonaten bilden. Dagegen litten aber die raschen Ecksätze, vor allem das Allegro con brio der ersten Sonate, unter dem rustikalen Zugriff der Geigerin. Dies ist umso weniger verständlich, da die ungarische Vollblutmusikerin den raschen, virtuosen Passagen technisch durchaus gewachsen war, aber Leichtigkeit und Eleganz vermissen ließ. Ulrike Höfer passte sich dem Spiel ihrer Partnerin in Tempo und Agogik vollendet an.

Viel Sorgfalt hatten die beiden Künstlerinnen auf die Auswahl der Zugaben verwandt, indem sie sich mit Instrumentalarrangements bekannter Lieder von Wagner und Beethoven bedankten. Auf "Engel" aus den Wesendonck-Liedern folgte "Ich liebe dich, so wie du mich".