Kultur

Zähe Abfahrt vom Metallica-Konzert

Archivartikel

Am Ende eines denkwürdigen Abends auf dem Maimarktgelände ließen sich Straßenperrungen dann doch nicht mehr vermeiden. Denn nachdem eigens bereitgestellte Großparkplätze und Sonderzüge des öffentlichen Nahverkehrs auf der Anreise selbst die Masse von 60 000 Konzertbesuchern mit moderaten Verzögerungen geregelt zum Open Air-Konzert von Metallica bringen konnten, gerieten die Zufahrtswege nach dem Finale der deutlich an ihre Grenzen.

„Wenn 60 000 Menschen nach Möglichkeit gleichzeitig nach Hause wollen, kommt es zwangsläufig zu Verkehrsbehinderungen“, hatte ein Polizeisprecher dieser Zeitung noch in der frühen Nacht mitgeteilt - und sollte Recht behalten. Die Sperrungen der Xaver-Fuhr-Straße waren zuvor durch Veranstalter und Stadt bereits kommuniziert worden. Auf dem Weg zum Fußgängersteg, der zum Großparkplatz P20 führte, kam es nach Konzertende jedoch zu einem derart hohen Zustrom, dass einige Konzertbesucher ihr Glück zu Fuß über die B38a versuchten und eine zeitweise Sperrung damit unvermeidlich machten. „Die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer geht da klar vor“, wie ein Polizeisprecher am Montag hinzufügte.

Zu längeren Wartezeiten kam es im Abreiseverkehr auch bei Straßenbahnen sowie S-Bahnen, die ab den Haltepunkten Neuostheim sowie SAP Arena/Maimarkt dafür sorgten, dass die Konzertgäste ihren Weg an den Mannheimer Hauptbahnhof beziehungsweise in die Innenstadt antreten konnten. Bereits im Vorfeld hatten die Rhein-Neckar Verkehr GmbH (rnv) und der Veranstalter für die Anreise über die öffentlichen Verkehrsmitteln geworben. „Die rnv hat ihre Leistungsfähigkeit mit diesem Angebot eindrucksvoll unter Beweis gestellt“, wie die Polizei einen organisatorischen Ablauf lobt, bei dem in weiten Zügen „alles im grünen Bereich“ geblieben sei. Gegen 2 Uhr habe sich alles aufgelöst - auch das letztlich Routine in dieser Dimension.

Was sich auch aus direkter Sicht der Einsatzkräfte so sagen ließ. Durch die Beamten wurde neben einem Drogendelikt lediglich eine Körperverletzung zur Anzeige gebracht, zwei betrunkene Personen wurden an den Rettungsdienst übergeben. Die Sanitäter rückten insgesamt - meist wegen hitzebedingter Kreislaufprobleme - zu rund 350 Hilfeleistungen aus, 16 Personen wurden zur Weiterbehandlung in Krankenhäuser gebracht. Insgesamt lobte die Polizei jedoch ein Metal-Konzert, das die Besucher „vorbildlich und diszipliniert“ genossen hätten.

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