Kultur

Klassik Bachs 333. Geburtstag in der Christuskirche gefeiert

Zahl mit Bedeutung

Archivartikel

Der 333. Geburtstag eines Komponisten fände keine Erwähnung, hieße er nicht Johann Sebastian Bach. Die Bedeutung von Zahlen lässt sich in seinen Werken vielfach nachweisen. Dabei nimmt die Drei einen besonderen Stellenwert ein. Gilt sie doch als vollkommen, im religiösen Kontext gar als heilig. In der Mannheimer Christuskirche wurde Bachs 333. Geburtstag an drei Abenden gefeiert. Bachs Cellosuiten, die Friedemann Döling – Cellist im NTM-Orchester – an zwei Abenden vortrug, verliehen dem Reigen zugleich eine spirituelle Würde.

Im Mittelpunkt: ein Orgelkonzert mit drei Organisten an drei Orgeln. Auf dem Programm: Werke, in denen die Drei eine besondere Bewandtnis hat. Sei es, dass die Tonart drei Vorzeichen besitzt, dass das Stück drei Teile besitzt oder in ihm drei Themen verarbeitet werden.

Drei Organisten in Aktion

Neben Kantor Johannes Michel nahmen auf den Orgelbänken dessen frühere Assistentin Anna Linß – mittlerweile Bezirkskantorin in Landau – und sein jetziger Assistent Carmenio Ferrulli – wie Linß Schüler des Frankfurter Organisten Martin Lücker – Platz. Alle drei erprobte Bach-Interpreten, wobei Michel und Linß noch aus ihrer letztjährigen Gesamtaufführung der Bach-Orgelwerke schöpfen konnten. Zu hören gab es Choralbearbeitungen, Präludien und Fugen, aber auch die c-Moll-Passacaglia, die Ferrulli mit einer romantischen Registrierung an der frisch renovierten Steinmeyer-Orgel darbot. Die dreiteilige Es-Dur-Fuge aus dem Dritten Teil der Clavierübung teilten sich die Organisten an der Steinmeyer- und der Marcussen- sowie an der kleinen Truhenorgel auf. Einer der Höhepunkte dieses Konzerts: Michels Interpretation der virtuosen Triosonate c-Moll. Womit bewiesen wäre, dass 333 keine Schnapszahl ist. Im Fall Bachs steht sie vielmehr für Großes. urs