Kultur

Pop Zélia Fonseca Trio spielt beim Käfertaler Kultursommer

Zartes Brasilien

Archivartikel

In Mannheim kennt man sie seit langer Zeit. Wer jene brasilianische Musik schätzt, die sich nicht nur den bekannten Sambas und Bossas widmet, sondern sich mit den kleinen, leiseren Klängen aus dem Nordosten des Riesenlandes befasst, dem ist Zélia Fonseca noch aus den Duo-Zeiten mit der kongenialen Rosanna Tavares im Gedächtnis. Als kreative Songschreiberin, deren charmantes Auftreten trotz der Sprachbarriere rasch die Verbindung zum Publikum knüpft, tritt die Sängerin und Gitarristin seit vielen Jahren mit ihrem Trio auf, das schon durch seine Instrumentierung mit Cello und Percussion aufhorchen lässt.

Das neunte Konzert des diesjährigen Käfertaler Kultursommers findet wegen des regnerischen Wetters unter den bekannten Vorsichtsmaßnahmen im Saal statt, und das ist für diese Besetzung die richtige Entscheidung. Denn die zarte Musik, die die drei Künstlerinnen mit der Cellistin Rosanna Levental und Angela Frontera an den Percussionsinstrumenten spielen, wäre vermutlich bei den Außengeräuschen untergegangen. Bis auf „Na Cadencia do Samba“ von Ataulfo Alves von 1962, den das Trio als Zugabe spielt, stammen alle Songs des Abends aus der Feder von Zélia.

Musikalische Reise nach Europa

Vor allem aus den Produktionen „Impar“, „Universos“ und „O Terceiro Olho da Abelha“ setzt die Sängerin aus dem brasilianischen Itauna, die seit mehr als dreißig Jahren in Deutschland lebt, ihr Programm zusammen. Dabei hat sie ihre Lebensreise von Brasilien nach Europa im vielleicht interessantesten Stück des Abends gefasst. In „Desoriente“, das klanglich-perkussionistisch im brasilianischen Regenwald beginnt und über mehrere Stationen mit klassisch-europäischem Cellosound endet, beschreibt sie ihren Weg.

Wer sich für die musikalischen Kulturen Brasiliens begeistern kann und den klanglichen Reichtum des Landes genießen will, für den ist die Musik des Zélia Fonseca Trios eine wahre Fundgrube.

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