Kultur

Musical „Ghost“ startet auf der Stuttgarter Bühne

Zeitreise in die 90er Jahre

Ein „Ich liebe Dich“ kommt Sam immer noch nicht über die Lippen – knapp 30 Jahre nachdem der Film „Ghost“ die Herzen zahlreicher Kinobesucher rührte, kehrt die tragische Liebesgeschichte als Musical nach Stuttgart zurück. Die Handlung des Stücks, das am Donnerstagabend Premiere feierte, bleibt ganz nah an der Filmvorlage: Titelheld Sam (Riccardo Greco) wird bei einem Raubüberfall erschossen und versucht fortan, als Geist Kontakt zu seiner geliebten Molly (Roberta Valentini) aufzunehmen. Auch ihr droht Gefahr.

Sehr vertraut ist für Fans des Films auch das Unvermögen Sams, seine Gefühle in Worte zu fassen: Den Liebeserklärungen seiner Freundin entgegnet er lediglich „dito“, also „gleichfalls“. Nicht zu vergessen die erotische Szene an der Töpferscheibe, sie brannte sich ins Gedächtnis vieler Zuschauer ein und schrieb damit Filmgeschichte. Doch in der Musical-Inszenierung fällt sie schmal aus – ganz so, als wollte sich die Adaption gar nicht anschicken, die Fußstapfen zu füllen, die die Hollywood-Besetzung aus Patrick Swayze und Demi Moore hinterließ.

Verfolgungsjagd in der U-Bahn

Die Kompositionen steuerte Dave Stewart vom britischen Pop-Duo Eurythmics bei. Das Skript lieferte Bruce Joel Rubin, der schon fürs Filmdrehbuch zu „Ghost – Nachricht von Sam“ verantwortlich war und dem Film damit seinen zweiten Oscar einbrachte. Mit den vorgeschriebenen Szenenwechseln quer durch New York City weiß das Musical jedenfalls umzugehen. Dank Projektionen und Lichteffekten wandelt sich das Bühnenbild vom Brooklyner Loft in Büroräume hoch oben in Manhattan bis hin zum düsteren U-Bahn-Schacht. Dort unten liefert sich Sam eine rasante Verfolgungsjagd mit einem anderen Geist, die sich vor der Filmvorlage nicht verstecken muss. „Ghost“ soll fünf Monate lang gezeigt werden.

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