Kultur

Fotografie Teamparcours zeigt Heckmann, Seng und Schrimpf

Zeugnisse des Umbruchs

Zwei Fotografinnen und ein Fotograf zeigen in den Räumen von Teamparcours eine Auswahl ihres Schaffens. Die Räume sind dafür ideal. Hell und lichtdurchflutet laden sie zu einem Spaziergang ein. Im ersten Raum hängen die Arbeiten von Gerhard Heckmann.

Er war im Oktober 2019 im Libanon. Kurz nach dem Ausbruch einer Volkserhebung gegen die korrupte Regierung des Landes kamen sie an. Die ideale Gelegenheit, das Bild einer von unüberbrückbaren Gegensätzen gezeichneten Gesellschaft zu dokumentieren. Da sind etwa die Fotos aus dem palästinensischen Flüchtlingslager Chatila, das mitten in Beirut liegt und mehr als 80 000 Menschen beherbergt.

Der Stadtteil ist so eng gebaut, dass eigentlich gar kein Platz vorhanden ist. Deshalb wurden die einfachen Betonbaracken übereinandergestapelt, so dass „Hochhäuser“ entstanden sind, die wahrscheinlich das nächste Erdbeben kaum überstehen werden. Als Kontrast dazu erscheinen Aufnahmen, die die Schönheit jenes Landes zeigen, das einst als die Schweiz des Nahen Ostens gepriesen wurde.

Sichtbare Wirklichkeit

Annette Schrimpf hat sich in Vietnam umgeschaut. Bei ihr sind es weniger die eindrucksvollen Landschaften, die in ihren Aufnahmen meistens nur als Kulisse erscheinen. Es sind vielmehr die Menschen, die sie interessieren. Vor allem die Kinder waren es, deren introvertierte Haltungen hier schon eine Weisheit ausstrahlen. „Es war im Jahr 2006, als wir dort waren“, erzählt sie. „Damals war das Land noch viel ursprünglicher als heute.“

Die dritte Fotografin, Lys Y. Seng, stammt aus diesem Land. Aber ihre Fotografien beschäftigen sich eben nicht mit konventionellen Themen. Es sind vielmehr die Fragmente der sichtbaren Wirklichkeit, die in ihren kleinformatigen Fotos wie konstruktivistische Kompositionen anmuten. Zwischen Konzeptkunst und Fotografie reflektiert Lys über die Auswirkungen der Corona-Krise auf sie selbst als freie Kunstschaffende, denn sie war in dieser Zeit auf ihren Privatraum beschränkt und hatte dort nur einen kleinen Fotodrucker zur Verfügung. Die Fragmente, die sie in Schwarz-Weiß festgehalten hat, seien die Elemente, die jetzt wieder zusammenfinden müssten.

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