Kultur

Literatur Zeitschrift Allmende stellt Poesie neben Philosophie

Zum Denken und Staunen

Archivartikel

Den recht anspruchsvollen Titel „Praxis, Theorie, Poesie“ trägt das aktuelle Heft der literarischen Zeitschrift „Allmende“. Das erneut vom Literaturwissenschaftler Hansgeorg Schmidt-Bergmann im Auftrag der Literarischen Gesellschaft, Karlsruhe, herausgegebene Heft dokumentiert ein gleichnamiges interdisziplinäres Symposium, das in der dortigen Kunstakademie Philosophen, Poeten und Künstler zusammenführte. Poetische und philosophische Beiträge finden sich in dem Heft nebeneinander.

Unveröffentlichte Lyrik von Seel

Den poetischen Teil bilden Oswald Eggers Beitrag „Was bilde ich mir ein und was denke ich mir dabei?“, Lyrik von Daniela Seel und Christina Griebels Essay „Arm sein, Ärmelmachen“. Der Professor für Sprache und Gestalt in Kiel Eggers schuf ein bildstarkes sprachliches Kunstwerk. Die Lyrikerin und Übersetzerin Daniela Seel ist mit sechs teilweise unveröffentlichten Gedichten vertreten, und die Professorin für Kunstdidaktik und Bildungswissenschaften in Karlsruhe, Christina Griebel, beschäftigt sich in ihrem poetischen Essay mit dem Thema Stoff und Mode.

Im philosophischen Teil verdeutlicht Dieter Mersch, Professor für Ästhetik und Theorie in Zürich, die Parallelen zwischen Kunst und Wissenschaft und plädiert dafür, Dichtung als Theorie zu betrachten. Kathrin Busch, Professorin für Designtheorie in Berlin, stellt beim späten Roland Barthes eine Poetisierung der Theorie fest. Die Schriftstellerin und Übersetzerin Barabara Köhler sieht einen Text als ein Gewebe verschiedener Stoffe an und verdeutlicht dies an Homers Odyssee.

Nach Gedichten der Lyrikerinnen Monika Rinck und Carolin Callies folgen Rezensionen von Büchern sowie eine Übersicht verliehener Literaturpreise. mame