Kultur

Zwei Gänge

Archivartikel

Die Freiheit der Kunst kennt bei Schiller ja nahezu keinerlei Grenzen – und das nimmt auch das Nationaltheater zu Festivalzeiten wirklich ernst. Wer der inhaltlichen Länge von SWR2-Foren dementsprechend freiwillig in die fieberhaft glühende Sonne zu entfliehen versucht ist, bleibt an spätgewordenen Nachmittagen doch entweder im Schatten oder sichert sich am Außenschalter an der NTM-Arena das Zweigänge-Menü, das junge Gastronomen feilbieten.

Wer fünf Euro investiert, bekommt dafür nicht nur eine echte Kurpfälzer Bratwurst im Brötchen, sondern auch noch ein echtes Eichbaum Bier in die Hand. Als lokale Marketing-Aktion für das Essen von hier sind solche Dinner-Ideen clever konzipiert, verdampfen angesichts kühler Konkurrenz am Aperol-Sprizz-Stand jedoch schnell.

Was selbst dem härtesten Hitze-Verweigerer die Sorgesfalten auf die Stirne treibt. Da mögen die „Fieberkurven der Gesellschaft“ im wortreichen Historiker-Streit die Sinne noch so entflammt haben: Wer die hechelnden Angestellten vor vollem Grill in der Sonne braten sieht, hat größere Leiden gesehen. Was zurück zum Bier führt, das schließlich Abnehmer findet. Und die Würste? Rollen sich beleidigt und braun gebrannt zusammen.