Ladenburg

Ladenburg Brandschützer stellen Einsatzfähigkeit unter Beweis / Gäste aus Paternion dabei

Übung eine heiße Sache

Archivartikel

Unterkreisführer Roy Bergdoll ist mit dem Ablauf der „super“ Jahreshauptübung der Freiwilligen Feuerwehr Ladenburg sehr zufrieden. Das taktische Vorgehen bezeichnete er als sehr gut, die Bergung Verletzter sei ebenfalls hervorragend gelaufen. Wenn der Unterkreisführer allerdings an das Objekt denkt, an dem die Übung durchgeführt wurde, sieht er „enormes Potenzial“. Große Mengen an Spanplatten, Kunststoffen, Gasflaschen und anderen brennbaren Materialien würden die Möglichkeiten der Ladenburger Wehr im Ernstfall wohl übersteigen. Dann sei wahrscheinlich der Einsatz aller benachbarten Wehren nötig. Aber das möchte er sich lieber gar nicht ausmalen.

Vermissten gerettet

Die Übungslage: In der Lagerhalle der Firma MB Fachmessebau GmbH ist ein Feuer ausgebrochen. Acht Mitarbeiter sind von starker Rauchentwicklung betroffen. Auch andere Verletzungen werden verzeichnet. Bereits wenige Minuten nach dem von der Brandmeldeanlage automatisch weiter geleiteten Notruf sind die Signalhörner der Wehr zu vernehmen. Mit organisiertem Vorgehen werden die Verletzten geborgen. Auch die anfangs noch vermisste Person in der Halle kann gerettet werden. Deren medizinische Erstversorgung übernehmen die Freiwilligen der JohanniterUnfall-Hilfe. Unterstützt von der Feuerwehr Heddesheim unter Leitung von Kommandant Dieter Kielmayer haben die Ladenburger die Lage recht schnell im Griff.

Viele Zuschauer hatten Mitleid mit den Männern, die sich bei einer „Affenhitze“ in hermetisch geschlossene Schutzkleidung zwängten, mit Atemmasken und Sauerstoffflaschen. Bei ihrem Anblick kam auch der härtest gesottene Zuschauer ins Schwitzen. Nicht nur, dass in den Anzügen extreme klimatische Bedingungen herrschen, die Ausrüstung wiegt rund 30 Kilogramm.

Derzeit kann Kommandant Harald Lange auch tagsüber auf 12 bis 15 Feuerwehrleute zurückgreifen. Aber die Zahl derer, die in Ladenburg arbeiten und somit sofort bereit stehen, geht zurück. Ein möglicher Grund: Immer mehr Arbeitsplätze werden aus der Römerstadt hinaus verlagert. Die Stadt bemühe sich, geeignetes Personal zu schulen, aber auch gegebenenfalls zu verpflichten, beruhigte Bürgermeister Stefan Schmutz die Bürger. Abends und nachts seien stets ausreichend viele Kameraden einsatzbereit.

Angeführt von Oberbrandinspektor Johann Rauter war eine Delegation von 20 Brandschützern aus Paternion in Kärnten morgens um drei Uhr losgefahren, um die Jahreshauptübung der Ladenburger Kameraden zu verfolgen. Paternion hat fünf Wehren, die in der Regel einmal jährlich eine große Gemeindeübung abhalten. Daran beteiligen sich auch Rettungshubschrauber oder die Polizei mit einer Suchhundestaffel.

Bürgermeister Schmutz hob nochmals das positive Image der Feuerwehr hervor. Ihr sei es zu verdanken, dass sich die Bürger in der Stadt sicher fühlen könnten. Neben der unterstützenden Feuerwehr aus Heddesheim verfolgten die Wehren aus Schriesheim, Ilvesheim, Seckenheim, Dossenheim und Viernheim die Hauptübung in Ladenburg. Nach der Manöverkritik saßen die Blauröcke zusammen und pflegten bei Speis und erfrischenden Getränken den auch sehr wichtigen „gemütlichen Teil“.