Ladenburg

Ladenburg Gelungene ökumenische Seniorenfasnacht / Thomas Pilz stellt „Ladenburger Faschingslied“ vor

Alle singen: „Des glaubt Dir doch kein Schwein!“

Archivartikel

Es wird viel gesungen, gelacht und geschunkelt im evangelischen Gemeindesaal. Den typischen Narren-Tusch gibt´s von Diakon Thomas Pilz an der Gitarre. Ganz klar, wir sind zu Gast bei der ökumenischen Seniorenfasnacht in Ladenburg. Vor gut und gern 25 Jahren unter der Regie des katholischen Altenwerks im Untergeschoss des Günther´schen Kindergartens aus der Taufe gehoben, findet der närrische Nachmittag inzwischen im barrierefreien Martin Luther-Haus statt. „Es war aber schon immer ökumenisch“, weiß Pia Weber als ehemals Aktive.

Damals wie heute wirkt die Ortsgruppe der Katholischen Frauen Deutschlands (kfd) vor und hinter den Kulissen mit. Allen voran: Karin Adler. Ihre gekonnte Mundart-Bütt „Schlachtfest“ sorgt nach der Kaffee- und Kuchenpause für gute Laune. Doch auch in den Adern von Ortrud Boguslawski fließt Narrenblut. Sie und Adler gehören neben Ellen Jünschke, Hedwig Jung und Christa Schober zur Aufwärmtruppe, die zu Beginn mit Ahoi-Rufen und zwei Volksliedern für Stimmung im Saal sorgen.

„Gut, wer’n Rollator hat“

„Ich halte die evangelische Flagge hoch“, sagt die Mitwirkende Hannelore Schwark schmunzelnd. Auch die gelernte Krankenschwester ist von dieser liebenswerten Veranstaltung nicht mehr wegzudenken. Mit den anderen Frauen streift sie sich für ihr „Mülltütenlied“ zur Melodie von „Auf der schwäbischen Eisenbahn“ einen blauen Sack über und singt „widde-widde-witt, sind wir nicht schick, nicht zu dünn und nicht zu dick“. Das Motto könnte lauten: Hauptsache, das Publikum hat Spaß.

Und tatsächlich singen alle Besucher kräftig mit. Auch den Refrain des „Ladenburger Faschingslieds“, das der evangelische Diakon Pilz getextet hat. Zusammen mit Schwark präsentiert es der Moderator des Nachmittags zur Melodie von „Ein Jäger aus Kurpfalz“ erstmals. Eine Kostprobe: „Das Pflaster in der Stadt ist schwierig für uns alte Leut’, gut, wer’n Rollator hat“.

Auch dass eine Gemeinderatsmehrheit den Wunschstandort der Kirchengemeinde fürs neue Gemeindehaus abgelehnt hatte, nimmt Pilz freilich aufs Korn. Jeder stimmt grinsend ein: „La-li-la-la, ja lustig ist’s in unserer Stadt, da kannst du sicher sein: Des glaubt Dir doch kein Schwein!“ Als wahrscheinlich älteste Besucherin singt auch die 99-jährige Ladenburger Fasnachterin Anneliese Weis begeistert mit.

Es ist nach dieser gelungenen Premiere klar: Diese Pilz-Nummer hat das Zeug zum Dauerbrenner. Lang anhaltenden Erfolg, allerdings im Fernsehen, hatte auch eine Flirtshow namens „Herzblatt“. Witzig parodiert von der kfd-Kompanie mit Schwark als „Stimme aus dem Hintergrund“ feiert das Format auf der Gemeindehausbühne in Ladenburg fröhliche Urstände. Und so heißt es mit Sicherheit nächstes Jahr ebenso mit der Mainzer Hofsänger-Hymne von 1951 „So ein Tag, so wunderschön wie heute“. Dann auch hoffentlich wieder mit Pianist Georg Häring, der diesmal gesundheitsbedingt leider fehlt.