Ladenburg

Ladenburg Programm für die zweiten Literaturtage präsentiert / Ab 28. Juni Lesungen an einigen der schönsten Plätzen der Stadt

Altbürgermeister bringt mit Wahl-Autor Zuhörer in Fahrt

Archivartikel

Bereits im vergangenen Jahr sorgten die Ladenburger Literaturtage für Furore, 2018 konnten die Veranstalter noch eine Schippe drauflegen: Ob Familien, Fahrrad- oder Klappstuhllesung: Preisgekrönte Autoren und vielversprechende Neulinge präsentieren sich auch in diesem Jahr wieder an einigen der schönsten Plätzen der Stadt. An frei zugänglichen wie der Wehrmauer bei der Sebastianskapelle, in Galerien, aber auch in private Räumen und Innenhöfen, die eigens für die Literaturtage ihre Pforten und Hoftore öffnen. Das Konzept soll Gäste weit über die Stadtgrenzen hinaus anlocken, um mit Autoren ins Gespräch zu kommen und neue Ecken Ladenburgs kennenzulernen.

Auch in diesem Jahr haben die Mitglieder des Arbeitskreises Ladenburger Literaturtage Autoren und Bücher sorgfältig ausgewählt, das kompetente Gremium besteht unter anderem aus einem Buchhändler, einer Bibliothekarin und zwei Lyrikerinnen. So entschied sich Thomas Nestler von der Buchhandlung am Rathaus für den Bestseller „Das deutsche Krokodil“. Denn der Autor und Literaturchef der „ZEIT“, Jjoma Mangold, hat zwar afrikanischen Wurzeln, kommt aber aus Dossenheim. Spannend findet Nestler diese Kombination und ist auch gespannt darauf, ob Mangold noch Erinnerungen an Ladenburg hat.

Preisträger und Neulinge dabei

Carolin Callies wählte den amtierenden Georg-Büchner-Preisträger Jan Wagner mit ausgewählten Gedichten sowie Marion Poschmann, die ihre skurrile Geschichte um den Bartforscher Gilbert Silvester im Innenhof der Galerie Linde Hollinger vorstellen wird. Callies stellt auch Autor und Bluessänger Michael Fehr vor, der an einer schweren Augenkrankheit leidet und seine Texte nicht ablesen kann. Er erzählt und singt völlig frei. Sie verspricht: „Sein Vortrag ist ein Gesamtkunstwerk. Gänsehaut garantiert.“

Antje Kietzmann wählte mit der in Teheran geborenen Nava Ebrahimi eine Newcomerin: „Ziel der Literaturtage ist es auch, Debütanten eine Plattform zu verschaffen.“ Ladenburgs ehemaliger Bürgermeister Rainer Ziegler präsentiert den passionierten Radsportler und Autoren Joachim Zelter. „Ein besonderes, verrücktes und aufregendes Buch, das ich verschlungen habe.“ Besuchern und Autor werden gemeinsam nach Ilvesheim zur Lesung im Park der Heinrich-Vetter-Stiftung radeln.

Aber auch ortsansässige Autoren kommen zu Wort. Wie die Klasse 7e des Carl-Benz-Gymnasiums, die ihr eigenes Buch „Das Geheimnis der Krypta“ vorstellt. Gelesen wird in der Katholischen Kirche St. Gallus mit anschließendem Krypta-Besuch.

Und auch verschiedene künstlerische Ausdrucksformen wurden im Programm berücksichtigt. So entstanden spannende Veranstaltungskonzepte wie die Lyrik-Matinee: Physiker Herbert Volz bringt sein Fachgebiet malerisch einem ganz neuen Publikum nahe. Seine Frau Kristin wird die Bilder zusammen mit Christine Hedtke lyrisch betrachten, Christin Kurtzahn musikalisch interpretieren.

In der Familienlesung „Knopfkino“ nehmen Illustrator Mehrdad Zaeri, Sprecher und Schauspieler Enno Kalisch und Pianist Friedwart Goebels kleine und große Gäste mit auf eine Reise in ihre Geschichte ohne vorherigen Plan.

Schul- sowie eine Familienlesung sollen auch das junge Publikum ansprechen. Erwartet wird dazu unter anderem die junge österreichische Kult-Autorin Stefanie Sargnagel, die ihre Texte hauptsächlich im Netz veröffentlicht.

Alle Veranstaltungen im Rahmen der Ladenburger Literaturtage sind kostenlos. Möglich macht das die Unterstützung einiger Sponsoren wie der beiden Projektgesellschaften bpd und LIGBau. Beide sind derzeit mit den Großprojekten Stadtquartier Martinshöfe und Parkquartier in Ladenburg präsent.

Antonius Kirsch, zuständiger bpd-Niederlassungsleiter, erläutert das Engagement: „Wir haben der Stadt auch ein bisschen was zurückzugeben.“ Man wisse sehr wohl, dass Ladenburg derzeit unter Lärm und Schmutz der Großbaustelle Martinshöfe zu leiden haben. Sven Bieniek von LIGBau ergänzte: „Die Veranstaltung ist ein Vorzeigeprojekt. Dieses kulturelle Angebot steigert die Wohn- und Lebensqualität in der Stadt – für uns war es keine Frage, dass wir mitmachen.“

Kirsch sagt zur großen Freude der Veranstalter ausdrücklich ein finanzielles Engagement auch für eine weitere Ausgabe der Literaturtage zu. „Bisher gab es noch keine langfristige Planung“, so Callies. Das dürfte sich mit dieser Zusage geändert haben.