Ladenburg

Ladenburg Reihe „20 Jahre Mönch-Orgel“ in St. Gallus eröffnet

Angehende Kirchenmusiker meistern Messiaen-Werk

Archivartikel

Vor 20 Jahren haben die Ladenburger Katholiken in der Sankt Gallus-Kirche ein klangmächtiges Instrument eingeweiht: Die nach ihrem Erbauer benannte Mönch-Orgel ist für ihre Klangfarben berühmt und erklingt seit dem 16. Mai 1999 „zu Ehren und zum Wohl Gottes“, wie Pfarrer Matthias Stößer zum Auftakt einer dreiteiligen Konzertreihe anlässlich des runden Jahrestags sagte. Mit Musik des modernen Komponisten Olivier Messiaen haben am Sonntagabend vier Studierende der Hochschule für Kirchenmusik Heidelberg den Anfang gemacht.

„Die Schüler der Orgelklasse von Christoph Bornheimer haben bei uns angefragt, und es hat genau zum Jubiläum gepasst“, erklärte Wolfgang Frank als Organist von St. Gallus. Kirchenmusikprofessor Bornheimer selbst fiel an diesem Abend jedoch erkrankt aus. Für Sonntag, 26. Mai, sei als Solist Alexander Niehues, Bezirkskantor der Erzdiözese Freiburg an der Heilig-Geist-Kirche Mannheim, vorgesehen. Sein Kollege an der Heidelberger Jesuitenkirche, Markus Uhl, musiziert am Pfingstsonntag, 9. Juni, an der Mönch-Orgel.

Zurück zum Auftaktkonzert, für das sich Tatjana Jürs, Lea Krüger, Samuel Huhn und Matthias Berges das zur Osterzeit passende „Les Corps Glorieux“ (Die verklärten Leiber) ausgewählt hatten. Das eigentlich siebenteilige Orgelwerk gehört zu den frühen Orgelzyklen des Franzosen Messiaen, der bis 1992 lebte.

„Für diesen Komponisten und Organisten eignet sich unsere Orgel dank ihrer Disposition unter anderem mit Registern und Stimmungen besonders“, sagte Frank. „Das ist ein tolles Instrument, und es macht Spaß, darauf zu spielen“, erklärte Kirchenmusikstudentin Jürs nach dem Konzert. Die „besondere und farbenreiche Musik“ Messiaens, die ihre Kommilitonin Krüger eingangs hervorhob, sei „vergeistigt-spirituell und nicht immer eingängig“, wie Christian Kurtzahn gegenüber dem „MM“ ausführte. Der Organist aus Neckarhausen und Leiter des evangelischen Kirchenchors Ladenburg fand als Zuhörer: „Es wurde sehr schön umgesetzt.“ Ein Höhepunkt: der schwierig zu spielende vierte Teil („Kampf zwischen Leben und Tod“) mit seinen toccatenartigen Zügen, die Krüger virtuos meisterte. Auch die Ladenburger Lyrikerin Kristin Wolz fühlte sich inspiriert: „Schön war’s.“ pj