Ladenburg

Ladenburg Kleingärtner feiern 70. Geburtstag / Aus für ein Stückchen Paradies wegen eines Neubaugebiets

Anlage in der Nordstadt wird übergeben

Bei einem reichhaltigen Büfett, bei Musik und Tanz feierte der Ladenburger Kleingartenverein im festlich geschmückten Saal im Domhof einen runden Geburtstag. Der erste Vorsitzende Uwe Breitbarth blickte in seiner Ansprache auf die 70-jährige Erfolgsgeschichte der Ladenburger Kleingärtner zurück. „Als 1947 die erste Anlage in der Heddesheimer Straße entstand, lag der Tenor der Kleingärtner in der Versorgung der Familie“, ging der erste Vorsitzende auf die lange Vereinsgeschichte ein, doch dies spiele heute nur noch eine untergeordnete Rolle. Heute diene diese Anlage mehr der Freizeit, der Erholung und der Entspannung vom Stress des Alltags. Gleichgeblieben sei jedoch der Kampf mit und gegen die Naturgewalten.

Pachtvertrag ausgelaufen

Zur Anlage in der Heddesheimer Straße kam im Verlauf der Jahre noch eine Anlage in der Weinheimer Straße und eine weitere im Aufeld hinzu. Doch der Pachtvertrag in der Weinheimer Straße sei ausgelaufen und die Anlage müsse geräumt werden, bedauerte Uwe Breitbarth. Grund sei, die Planung eines Neubaugebietes. „Wir werden diese Anlage am 7. Dezember an die Stadt Ladenburg übergeben“, nannte er das Datum für das „Aus“ eines Stückchens Paradies. Der Vorsitzende bedankte sich bei der Stadt für die konstruktive Hilfe bei der Abwicklung aber auch für die faire Behandlung.

Auch Bürgermeister Stefan Schmutz ging in seiner Ansprache auf das Ende der Anlage im Weinheimer Weg ein. Er bedauerte, dass sie aufgrund der Entwicklung des neuen Wohnbaugebietes Nordstadt-Kurzgewann weichen müsse. „Ich kann schon die Wehmut derer nachvollziehen, die dort ihren Garten über viele Jahrzehnte liebevoll gehegt und gepflegt haben“, wandte er sich an die betroffenen Kleingärtner. Er sei aber davon überzeugt, dass trotz aller Widrigkeiten ein guter Ausgleichsweg gefunden werden konnte, um den Verlust zumindest finanziell aufzufangen. Die Vereinbarung sei, dass jeder Unterpächter, der seinen Garten ersatzlos aufgibt, eine Entschädigung erhält. Eine Kostenerstattung gebe es für die Pächter, die ihre Parzelle bereits geräumt haben. Und diejenigen, die in eine neue Parzelle umziehen, erhalten eine pauschale Umzugsentschädigung, nannte der Bürgermeister das Prozedere. Er dankte dem Vorstand für seine fairen Verhandlungen.

Grußworte vom Präsidenten

In seinen Grußworten ging Klaus Otto, Präsident des Landesverbandes der Gartenfreunde Baden-Württemberg auf den Wandel in der Gesellschaft ein. Wurden noch nach dem Krieg die Gärten als Versorgung mit Grundnahrungsmitteln genutzt, so haben sie sich in einem Ort der Freizeit und Erholung gewandelt. „Hier treffen sich Menschen mit gleichen Interessen und hier werden Freundschaften geschlossen“, so Otto. Ihre vorrangige Aufgabe sehen sie im Erhalt der Vielfalt von Pflanzen und Tieren. Zum Dank überreichte er dem Vorsitzenden einen Scheck.

Glückwünsche zum runden Geburtstag gab es ebenfalls von Helmut Loser vom Bezirksverband der Gartenfreunde Mannheim.