Ladenburg

Schriesheim Die Stadt kündigt den Vertrag mit der Containerfirma früher als geplant / Entscheidung über Vergabe bereits in der kommenden Woche

Auf der Suche nach einem neuen Anbieter

Die Stadt hat die Reißleine gezogen: Weil die Container für das Kurpfalz-Schulzentrum nicht geliefert wurden, hat die Verwaltung nun den Vertrag mit dem Anbieter gekündigt. „Und zwar zwei Tage früher als ursprünglich geplant“, sagt Markus Schäfer im Gespräch mit dem „MM“. Der Lieferant sollte bereits Ende November mit der Aufstellung von 139 sogenannten „Mobilen Raumeinheiten“ begonnen haben. Hatte er aber nicht.

In einer europaweiten Ausschreibung machte ein Unternehmen mit Sitz in Rastatt zuvor als wirtschaftlichster Anbieter das Rennen, und Schäfer erinnert sich: „Es gab keine Anhaltspunkte, dass etwas nicht stimmen könnte.“ Doch nach weiteren Verzögerungen (der „MM“ berichtete) wurde der Stadtbaumeister misstrauisch: „Es begann mit einem komischen Bauchgefühl.“ Dem ging er nach und stattete dem säumigen Vertragspartner einen Besuch ab.

Zuschussgeber informieren

Sein Eindruck war verheerend: Die Projektleiterin habe ihm „bis heute nicht sagen können, wo die Container, die wir bekommen sollen, jetzt gerade stehen.“ Allerdings habe sie versichert, dass die Übergangsquartiere tatsächlich existieren. Das gesamte Umfeld ließ ihn indes Verdacht schöpfen: „Die Vermutung liegt nahe, dass es sich um eine Briefkastenfirma handelt.“ Denn unter einer weiteren Anschrift in der Berliner Friedrichstraße findet man ein Unternehmen, das zwar Mietbüros und Konferenzräume anbietet, aber keine Container.

Mit der Verzögerung geht ein weiteres Problem einher, sind doch die Zuschüsse von mehr als sechs Millionen Euro an einen straffen Zeitplan gebunden. Bürgermeister Hansjörg Höfer verbreitete zwar unlängst bei einem Info-Abend Zuversicht, dass die Fördergelder nicht in Gefahr seien; doch scheint man im Rathaus lieber zwei Eisen im Feuer zu haben. Denn Schäfer erklärt auf Nachfrage, dass die Stadt die Zuschussgeber über den Vorgang informiere: „Wir wollen um eine Aussage bitten, ob die Verzögerung Auswirkungen auf die Förderung hat.“ Mit anderen Worten: Ob unter diesen Umständen eine Fristverlängerung möglich ist. Außerdem habe sich die Stadt rechtlichen Beistand gesucht, der zur Vertragskündigung geraten habe. Dass es nun zum Prozess kommen könne, sei „nicht auszuschließen.“

„Jetzt sind wir in Verhandlungen mit den restlichen Bietern“, fährt er fort: „Für uns ist es wichtig, einen leistungsfähigen Partner zu finden, mit dem wir das Projekt abwickeln können.“ In der nächsten Gemeinderatssitzung am Mittwoch, 11. Dezember, soll bereits die Entscheidung über die Vergabe fallen.

Zum Thema