Ladenburg

Ladenburg CDU-Rundgang durch „Witteler & Burkhardt Großwäscherei“ im Industriegebiet

Aus der Pleite zum Erfolg geführt

Archivartikel

In großen Buchstaben steht „Witteler & Burkhardt Großwäscherei“ auf den Lastern, die auch nach Feierband noch bergeweise Schmutzwäsche anliefern. „Hätten wir Wäsche mitbringen sollen?“, fragt scherzhaft ein Teilnehmer des öffentlichen Rundgangs mit dem CDU-Stadtverband Ladenburg durch die Halle. Pro Stunde werden hier 3,5 Tonnen Handtücher, Laken, Bezüge und Bademäntel blitzblank gesäubert. „Nein, Wäsche haben wir genug“, antwortet Sven Witteler als einer der beiden Inhaber fröhlich grinsend.

„Dass ich einmal eine der weltweit modernsten Wäschereien mitbetreiben würde, hätte ich bei meinem Architekturstudium nicht gedacht“, erzählt Sabrina Burkhardt, die Geschäftspartnerin Wittelers. Als Schriesheimer Projektentwickler und Vermieter der Halle im Ladenburger Industriepark „Hundert Morgen“ kamen die beiden Baufachleute mit der früher in Altenbach ansässigen Traditionswäscherei in Kontakt. Nur wenige Monate am neuen Standort in Betrieb, brannte am 19. Juli 2017 eine Nachbarhalle der Investoren nieder. „Ein Desaster“, so Witteler. Zum Glück habe die Feuerwehr einen „hervorragenden Job gemacht“ und Schlimmeres verhütet. Doch es kam dicker: Zwei Monate später stand die Wäscherei vor dem Konkurs.

„Da sagten wir uns: Jetzt erst recht“, berichtet Witteler. Er und Burkhardt gaben Gas, übernahmen nicht nur Verantwortung, sondern überraschend auch die Firma und investierten weitere Millionen. Heute sagt er: „Es war ein steiniger Weg, aber wir bereuen es nicht.“

Tonnenweise Wäsche

Kein Wunder: Wie die Besucher staunend hörten, ist ein Vertrag mit den Hilton-Hotels der Regionen Rhein-Neckar und Rhein-Main in buchstäblich trockenen Tüchern. So wird allein das „Hilton-Airport“ in Frankfurt täglich mit fünf Tonnen gemieteter Wäsche beliefert. Europas größter Center-Park bei Straßburg ist der zweitgrößte Kunde, der in Ladenburg waschen lässt.

Deshalb wurde nicht nur in eine neue Bademantel-Legemaschine investiert, sondern es entstehen auch täglich neue Arbeitsplätze. Wenn bald im Zweischichtbetrieb 4,5 Tonnen Wäsche stündlich vollautomatisch und weitestgehend umweltfreundlich sortiert, gewaschen, getrocknet und gefaltet werden, sollen insgesamt 72 zum Großteil angelernte Mitarbeiter Maschinen und Laster fahren, Prozesse steuern sowie letzte Hand anlegen. Als „Kopf“ des Ganzen gilt der branchenerfahrene Geschäftsführer Markus Zwaller: Er führte auch die faszinierten Besucher tief in die Materie ein.

„Ein Glücksfall für Ladenburg: Solche Mittelständler sind unsere Stärke“, sagt Kreisrat Rainer Beedgen anerkennend. „Eine spannende Tour“, findet der mit über 40 Teilnehmern hochzufriedene örtliche CDU-Chef Bastian Schneider. Feuerwehrkommandant Harald Lange stellt allerdings für einen neuerlichen Brandfall fest: „In puncto Löschwasserversorgung muss noch etwas geschehen“. Nicht umsonst verfüge die Wäscherei über drei eigene Wasserspeicher mit 15 000 Liter Betriebswasser. pj