Ladenburg

Ladenburg Ausgräber sichern Überreste eines älteren Gebäudes mit Gewölbe im Keller

Aus ehemaliger „Rose“ soll eine Hausbrauerei werden

Dass der gründliche Umbau eines historischen Gebäudes wie der früheren „Güldenen Rose“ ein Erlebnis ist, weiß der Schriesheimer Investor Matthias G. Weigel nur allzu gut. Wie sein Wohn- und Gastronomieprojekt „Ladenburg 41“, von dem hier die Rede ist, bald noch um das spannende Kapitel „Erlebnis-Brauerei“ bereichert wird, davon erzählt diese Geschichte. Wir lassen sie an der Stelle beginnen, als der Bodenbelag im Erdgeschoss des einstigen Traditionslokals in der Hauptstraße 41 am Marktplatz entfernt werden muss, um ausreichend tiefgründende Fundamente für Braukessel einbauen zu können.

Wie so oft im geschichtsträchtigen Ladenburg, stoßen die Bauarbeiter im Untergrund auf eine Jahrhunderte alte Mauer. Daraus ragen zwei Lager für Deckenbalken hervor. Der obere Teil eines Gewölbes ist ebenso zu sehen wie Brandschichten im Bodenprofil. „Ein ganz normaler Befund, interessant zwar, aber nichts Außergewöhnliches“, heißt es beim Denkmalamt des Landes. Dennoch beauftragt Rathausmitarbeiter Götz Speyerer die freiberuflichen Archäologen Magdalena und Christoph Schaufert (Neunkirchen) damit, wie zuvor bereits im Umfeld auch diese Grabung mit einem 3D-Laserscanner für die Nachwelt zu dokumentieren. Ihre Theorie: Möglicherweise befinde man sich hier in einem älteren Bereich als bislang angenommen. Er könnte zum benachbarten Jesuitenhof gehört haben und sei von der jüngeren Postkutschenstation am Marktplatz abzugrenzen.

Alles hat sich verzögert

Was den geneigten Laien aber weitaus mehr erstaunt, ist die immer noch herrschende Baustellenoptik. Pfeifen es doch schon die sprichwörtlichen Spatzen von den Dächern, dass hier eine Brauerei mit Gastronomie Einzug halten soll. „Eigentlich wollte ich schon zur Fußball-WM 2018 eröffnen, aber alles hat sich verzögert“, bestätigt Investor Weigel auf Anfrage. Die Wohnungen in dem Komplex sind bereits alle vergeben. Doch unter rund 60 Interessenten für die gastronomische Nutzung habe er, Weigel, „lange nichts Vernünftiges gefunden“. Jetzt hat er in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (DeHoGa) zwei Existenzgründer als dauerhafte Pächter gewonnen, die im Erdgeschoss Bier brauen und deutsche Küche bieten wollen.

„Das wird eine schöne Sache“, sagt Weigel. Mit seiner eigens gegründeten „Brauhaus zur Rose“-Gesellschaft investiert Weigel selbst in das umfassende Konzept, das er bald zusammen mit Bürgermeister Stefan Schmutz vorstellen will. „Die Einrichtung ist bestellt und kommt bereits in wenigen Wochen in riesigen Containern nach Ladenburg“, kündigt Weigel an. Dafür seien zeitweise Straßensperrungen notwendig. Dass sich der Aufwand lohnt, davon ist Weigel überzeugt: „Ich glaube, wir werden ein Frequenzbringer sein, von dem die ganze Stadt profitiert.“ Dass die frühere „Güldene Rose“ bald wieder erblühen soll, hieß es beim Startschuss zur Sanierung im Mai 2015. Zuvor galt das prominente Gebäude als „Sorgenkind“ der Stadt. „Frühere Interessenten haben aufgegeben“, erinnerte der damalige Bürgermeister Rainer Ziegler beim Spatenstich. „Ich bewundere Ihren Mut“, sagt er damals zu Weigel. „Die Stadtverwaltung hat uns immer sehr unterstützt“, sagt Weigel heute.