Ladenburg

Ladenburg 8. „Gartenlust“ der Baumschule Huben lockt erneut rund 30 000 Besucher an / Vorfreude auf neunte Auflage in zwei Jahren

Ausstellung vereint Kunst und Handwerk

Archivartikel

Die achte Auflage der Ladenburger „Gartenlust“ ist am Sonntag zu Ende gegangen. „Am Freitag war es bombastisch, und an beiden Folgetagen hat es auch sehr gut gepasst“, zog Projektleiterin Petra Liebig von der Baumschule Huben zufrieden Bilanz. Sie ging erneut von insgesamt rund 30 000 Besuchern aus.

Der „Brückentag-Effekt“ habe dem sowieso immer besonders stark besuchten Freitagmorgen diesmal einen größeren Ansturm beschert. „Alle Aussteller loben diese bundesweit einmalige Resonanz und unser Publikum“, freute sich Liebig.

Aus heimischem Holz

Erneut war die Ausstellung auch ein geschätzter Ort der Kunst und des Handwerks. Aus heimischem Holz schafft beispielsweise die Odenwälderin Gisela Koch geheimnisvoll wirkende Figuren mit schlichten Formen, die sich aus dem Wuchs ergaben und etwas Beruhigendes ausdrücken sollen. „Diese Ausstrahlung erscheint mir in unserer hektischen Zeit bedeutsam“, sagte die Holzbildhauerin mit Werkstatt-Galerie in der historischen Altstadt von Erbach.

Dass es heutzutage oftmals an innerem Gleichgewicht mangelt, darauf mochte Alfred Arnold mit Leichtigkeit hinweisen: Seine Metallfiguren auf Draht bewegten sich im Wind und trugen Titel wie „Die Seiltänzer“. So mancher ließ sich gerne davon einnehmen. „Viele kommen nur schwer in Balance und werden sich dessen bewusst beim Betrachten“, meinte der Künster aus Wachtberg bei Bonn. Diesmal hatte er anlässlich des 100. Bauhaus-Jubiläums auch eine Skulptur in den Grundformen und -farben jener Ideenschule für Gestaltung und Architektur dabei: Kreisförmige, dreieckige und quadratische Gebilde in Blau, Gelb und Rot hingen von einem Ast herab. „Ich komme gerne zur Gartenlust, weil es ein hervorragender Platz für mich und immer ein tolles Publikum ist“, sagte Arnold.

Mit viel Liebe widmet sich auch der Ladenburger Jörg Hölzle seiner Tätigkeit als Restaurator: „Diese Arbeit bedeutet mir alles, und es fasziniert mich immer wieder, wenn es anfängt zu glänzen“, sagte der gelernte Steinmetz und Steinbildhauer mit Werkstatt in der Alten Abdeckerei auf dem Huben-Gelände.

Altes aufgemöbelt

Seit 25 Jahren bringt er alte Möbel auf Vordermann. Bei der Gartenlust veranschaulichte er seine Handwerkskunst eindrucksvoll anhand eines so genannten Tabernakel-Sekretärs von 1730 aus dem Barock. Hölzle kaufte das gute Stück bei einer Haushaltsauflösung. Betrachter erkannten auf Anhieb den Unterschied zwischen dem noch unbehandeltem Unterschrank und dem bereits kunstvoll behandelten Aufsatz mit Schubladen und Mittelfach.

Leckere Appetithäppchen

Man staunte, wie gekonnt Hölzle das historische Stück aufmöbelte: Das Nussbaumholz mit Einlegearbeiten aus verschiedenen Obsthölzern wirkte wie neu, denn Hölzle beherrscht die Kunst der Schellackpolitur. Hobbybäcker Hölzle bot raffinierte Petit-Fours-Törtchen an. Da bekamen viele schon wieder Appetit auf die 9. Ladenburger Gartenlust im Jahr 2021.

Info: Fotostrecke: morgenweb.de/ladenburg